Feldbesetzung

Seit etwa zwei Jahren führt die Firma AgrEvo in Schönfeld bei Bernau (20km nordöstlich von Berlin) Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen durch. Ein ähnliches Feld existiert von der Firma Monsanto in Tempelfelde. Die AgrEvo ist ein Tochterunternehmen der Chemiekonzerne Hoechst und Schering. Die Mais-, Raps- und Zuckerrübenpflanzen, die in Schönfeld gepflanzt werden, sind mit Hilfe der Gentechnik resistent gegenüber dem Pflanzenvernichtungsmittel BASTA gemacht worden. Dieses Totalherbizid wird von Hoechst hergestellt und war durch seine hohe Giftigkeit bei "normalen" Pflanzen bisher nur bedingt oder gar nicht einsetzbar. In Zukunft wollen dann Hoechst und AgrEvo sowohl BASTA wie auch die Samen der BASTA-resistenten Pflanzen verkaufen, wodurch die Bauern in Abhängigkeit ihres Konzerns gebracht werden. Die Experimente in Schönfeld haben also nur eine Motivation: Profit.
Immer wieder weisen Wissenschaftler und Umweltschützer auf die Gefährlichkeit solcher Experimente wie in Schönfeld hin. Inzwischen wurde bewiesen,
-daß sich gentechnisch veränderte Pflanzen im Ökosystem etablieren und es verändern können,
-daß die genmutierten Pflanzen sich mit Wild- und Kulturpflanzen kreuzen (in Dänemark wurden die eingepflanzten Gene in Wildpflanzen nachgewiesen).
Dies alles könnte zu einer nachhaltigen Veränderung unserer Umwelt führen. Die Gefahren für uns Menschen sind überhaupt nicht abschätzbar.
Deswegen hielten und halten wir den Protest gegen die Experimente in Schönfeld für unbedingt notwendig. So organisierten wir mehrere Protestwanderungen und Diskussionsveranstaltungen um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und um der AgrEvo unser Unverständnis gegenüber ihrem Verhalten deutlich zu machen.
Doch die Gefahren und unsere Proteste werden von Firmen wie der AgrEvo bisher ignoriert. Deswegen haben wir im letzten Frühjahr versucht, durch eine Feldbesetzung die Aussaat des genmanipulierten Mais zu verhindern. Ein Aufgebot von 80 Polizisten setzte die Aussaat jedoch durch. Doch die Erfahrungen an anderen Feldern, wo eine Aussaat erfolgreich verhindert wurde bzw. die Konzerne zur Aufgabe des Standortes gezwungen wurden, haben uns nicht mutlos werden lassen.
So wollen wir auch in diesem Jahr versuchen, die Aussaat des Mais zu verhindern. Nach unseren Vorstellungen soll die Feldbesetzung eine Demonstration für das Leben sein. In diesem Sinne soll es neben dem Camp am Feld eine Menge kreative und bunte Aktionen geben. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, daß sich mehr Leute, als im letzten Jahr, an den Aktionen beteiligen. Grundlage für alle Aktionen ist dabei für uns, das kein Mensch verletzt oder gefährdet werden darf.
Wir planen die Feldbesetzung für einen Zeitraum von 3 bis 4 Wochen. Auftakt wird am 26.April eine Fahrraddemonstration zum Feld sein. Treffpunkt hierfür ist um 14 Uhr der Bahnhof Bernau. Alle die sich vorstellen können, sich an Aktionen um die Feldbesetzung zu beteiligen, Tage oder gar Wochen am Feld zu verbringen oder einfach nur informiert werden wollen, erhalten Kontakt zu uns über:

Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche
c/o DOSTO, Breitscheidstr.43a, 16321 Bernau Tel.+Fax: 03338/5590
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