Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche

Pressemitteilung (25.April 1997)
Rückfragen bitte an: Barnimer Aktionsbündnis, Dosto, Tel./Fax: 03338/5590

Protestwanderung und Feldbesetzung am Sonntag, 4.Mai, im Landkreis Barnim:

Genacker bei Bernau soll besetzt werden

Gentechnik-KritikerInnen wollen Freisetzungvon Paps in Schönfeld verhindern

Nach der Protestwanderung am Sonntag, 4.Mai, wollen Mitglieder des Barnimer Aktionsbündnises gegen gentechnische Freilandversuche in Schönfeld bei Bernau (Landkreis Barnim) einen Acker so lange blockieren, bis dort die Aussaat genmanipulierter Pflanzen nicht mehr möglich ist.

Seit dem letzten Jahr führt die AgrEvo in Schönfeld Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen durch. Die AgrEvo ist ein Tochterunternehmen der Chemiekonzerne Hoechst und Schering. Die Mais-, Raps- und Zuckerrübenpflanzen, die in Schönfeld gepflanzt wurden bzw. gepflanzt werden sollen, sind mit Hilfe der Gentechnik resistent gegenüber dem Pflanzenvernichtungsmittel BASTA gemacht worden. Dieses Totalherbizid wird von Hoechst hergestellt und war durch seine hohe Giftigkeit bei "normalen" Pflanzen bisher nur bedingt oder gar nicht einsetzbar. In Zukunft wollen dann Hoechst und AgrEvo sowohl BASTA wie auch die Samen der BASTA-resistenten Pflanzen verkaufen. Die Experimente in Schönfeld haben also nur ein Ziel: Profit.

Immer wieder weisen Wissenschaftler und Umweltschützer auf die Gefährlichkeit solcher Experimente wie in Schönfeld hin. Inzwischen wurde bewiesen: -daß sich gentechnisch veränderte Pflanzen im Ökosystem etablieren und es verändern können,
-daß horizontaler Gentransfer stattfindet (Aufnahme manipulierter Gene durch Mikroorganismen),
-daß die genmutierten Pflanzen sich mit Wild- und Kulturpflanzen kreuzen.
Dies alles könnte zu einer nachhaltigen Veränderung unserer Umwelt führen. Die Gefahren für uns Menschen sind überhaupt nicht abschätzbar.

Deswegen hielten und halten wir den Protest gegen die Experimente in Schönfeld für unbedingt notwendig. So organisierten wir seit 1996 mehrere Protestwanderungen, um die Öffentlichkeit aufmerksam und um gegenüber der AgrEvo unser Unverständnis gegenüber ihrem unverantwortlichen Verhalten deutlich zu machen. Doch die Gefahren und unsere Proteste werden von solchen Firmen wie der AgrEvo ignoriert. Deswegen wollen wir in diesem Jahr versuchen, durch eine Feldbesetzung die Aussaat der genmanipulierten Pflanzen zu verhindern.
Unabhängig vom Verhalten der Polizei und der AgrEvo, werden wir die geplanten Arbeiten gewaltfrei aber entschlossen behindern bzw. ganz verhindern.

Treffpunkt am 4.Mai ist um 15.00 Uhr an der Kirche in Schönfeld. Die Radfahrer treffen sich um 14.00 Uhr am Bahnhof Bernau.

Kontakt: Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche, c/o DOSTO, Breitscheidstr.43a, 16321 Bernau Tel.+Fax: 03338/5590
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