jungewelt.de - 28.02.2006

Monsantos Genkrieg

Kampf um Profite aus sich schnell verbreitendem manipulierten Saatgut eskaliert. US-Konzern blockiert Auslieferung argentinischen Sojamehls in der EU

Von Wolfgang Pomrehn
Argentiniens Landwirtschaft boomt. Die gutlaufende Weltkonjunktur und die Tatsache, daß es in Asien einige hundert Millionen Menschen zusätzlich zu bescheidenem Wohlstand gebracht haben, treiben Nachfrage und Weltmarktpreise für Nahrungsmittel in die Höhe. Ideale Bedingungen also für das Pampaland, das 37 Millionen Menschen beherbergt aber 300 Millionen ernähren kann. Das große Geschäft heißt Soja. 40 Millionen Tonnen exportiert Argentinien derzeit jährlich, so viel wie nie zuvor und zudem zu Rekordpreisen.

Waffe Patentrecht

Das weckt Begehrlichkeiten. Der US-Konzern Monsanto, einer der ganz großen im internationalen Saatgutgeschäft und zugleich einer der Vorreiter der Gentechnik in der Landwirtschaft, möchte sich einen Teil vom Argentinienkuchen abschneiden. In verschiedenen EU-Staaten blockiert der Konzern seit mehreren Wochen die Auslieferung von argentinischem Sojamehl. Monsanto sieht seine Patentrechte auf ein künstliches Gen verletzt und fordert von den argentinischen Exportfirmen 15 US-Dollar Lizenzgebühr pro Tonne Sojamehl. Angewandt auf alle argentinischen Sojamehl-Exporte in die EU wären das insgesamt 155 Millionen US-Dollar, rechnet die in Buenos Aires erscheinende Tageszeitung Pagina 12 vor. Monsanto pocht auf ein EU-Patent ... »weiter


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