Monsanto

So rücksichtslos wie Monsanto geht kein Gentech-Konzern ran ans Geschäft.

PCBs (Polychlorin-Biphenyle): Seit 1930 weiß Monsanto, dass diese Substanzen - ursprünglich in der Herstellung von Elektrogeräten verwendet - schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen. Trotzdem wurden PCBs immer breiter vermarktet, als Schmier- und Kühlmittel, als wasserabstoßende Beschichtung und vieles mehr. In den 60er Jahren wurden PCBs weltweit in der Nahrungskette entdeckt und 1976 die Herstellung auch in den USA verboten. Und wie gesagt: Monsanto wußte 40 Jahre lang von den gesundheitlichen Folgen.

Dioxin: Monsanto produziert seit den 40er Jahren Dioxin. Sofort zeigten sich bei den Arbeitern Beschwerden und Krankheiten aller Art, die die Firma nicht nur ignorierte, sondern alle Beweise wegschaffte. Eine Explosion in einer Monsanto-Fabrik mit Vergiftungsfolgen erregte 1949 die Aufmerksamkeit des US-Verteidigungsministeriums, das einen chemischen Kampfstoff suchte. Dioxin wurde als Giftstoff erst 1957 öffentlich erkannt. Dokumente, die in den 80er Jahren zugänglich gemacht werden mussten, zeigten allerdings, dass bereits ab 1952 ein 600 Seiten starker Briefwechsel zwischen Monsanto und dem Pentagon über die giftige Wirkung von Dioxin geführt wurde.

Agent Orange, die Vergiftung von Vietnam: Monsanto war nicht nur Hersteller des berüchtigten Entlaubungsmittels, mit dem die USA die Verstecke des Vietkong sichtbar machen wollten. Monsanto versuchte sich offenbar auch mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln (zum Beispiel gefälschten Statistiken), aus der Verantwortung gegenüber den gesundheitlich geschädigten Veteranen zu ziehen. Das ist nur die Spitze des Eisbergs: Fachleute schätzen, dass seit 1960 rund 500'000 Kinder mit Missbildungen geboren wurden, die auf den Einsatz von Agent Orange (und andere Entlaubungsmittel) zurückgehen.

Roundup, das meistverkaufte Pestizid der Welt: Nach fünfjährigem Seilziehen mit der Staatsanwaltschaft von New York stoppte Monsanto 1997 seine irreführende Werbung, in der behauptet wurde, Roundup sei «biologisch abbaubar» und «umweltfreundlich». Früher wurde Monsanto mehrfach gebüßt, weil es die Gesundheitsdaten der Arbeiterschaft zurückhielt, wegen Gewässerverschmutzung mit Roundup und aus zahlreichen anderen Gründen.

Rinderwachstumshormon: Die Auseinandersetzung um dieses Monsanto-Produkt ist noch nicht ausgestanden. 1990 wurde ein Tierarzt der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) entlassen, weil er öffentlich machte, wie Monsanto und sein Arbeitgeber die Daten über die Nebenwirkungen des umstrittenen Hormons zurückhielten. 1994 wurde das Hormon schließlich zugelassen und sofort zeigten sich bei den betroffenen Kühen Gesundheitsprobleme. Anstatt die Klagen der Farmer ernst zu nehmen und ihnen zu helfen, geht Monsanto nun gerichtlich gegen Farmer vor, die ihre Milch als hormonfrei kennzeichnen.

Roundup-Ready Soja: Monsantos Gentechforschung zielt vor allem darauf, Pflanzen gegen Roundup resistent zu machen. Der einzige «Vorteil» des gentechnisch manipulierten Sojas von Monsanto besteht darin, dass sie beim Einsatz von Roundup nicht zugrunde geht. Das wird den Einsatz des Herbizids mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erhöhen.

Terminator Technology: Saatgutkonzerne träumen von Saatgut, das zwar noch einmal sprießt und gute Erträge bringt aber nicht mehr fortpflanzungsfähig ist. Die 1908 entdeckten Hybriden entsprechen in gewisser Hinsicht diesem Idealbild, sind sie doch reduziert fortpflanzungsfähig. Immerhin können Hybride mit traditionellen Sorten eingekreuzt werden, was in Drittweltländern zur Verbesserung der Erträge auch gemacht wird. am 3. März 1998 erhielt die Monsanto Tochtergesellschaft «Delta and Pine Land Co.» ein Patent für eine Gensequenz, die die Fortpflanzungsfähigkeit nach der ersten Generation definitiv zerstört - eben die Terminator Technologie. Das Patent hat absolut keinen landwirtschaftlichen Nutzen und die darin investierten Mittel zeigen nichts anderes als die wahre Absicht von Monsanto: Profit auf Kosten der Hungernden.