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telepolis - 23.10.2006 Unter VerdachtDer in Deutschland zugelassene Gentech-Mais MON 810 ist nicht ausreichend geprüft, befinden österreichische BehördenBrigitte Zarzer 23.10.2006 Diverse gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) wurden bereits vor dem De-facto-Moratorium zwischen 1998 und 2004 auf EU-Ebene zugelassen. Dazu zählen auch die beiden Gentech-Maislinien MON 810 aus dem Hause Monsanto (1) und T 25 von Bayer. Die Zulassungen wurden nach der damals gültigen Freisetzungs-Richtlinie 90/220 (2) (Saatgut, Verarbeitung) sowie nach der Novel Food-Verordnung 258/97 (3) (Lebensmittel) erteilt. Inzwischen hat man die Richtlinien überarbeitet und in manchen Punkten verschärft. Doch die nach altem Recht erteilten Genehmigungen wurden nach Ende des Moratoriums 2004 in den meisten Fällen einfach verlängert und, wie es in der Fachsprache heißt, die GVOs als "existierende Produkte" notifiziert. Teilweise forderte die zuständige EU-Behörde, die European Food Safety Agency (4) (EFSA), dafür neue Unterlagen und Tests. In der Praxis hätte man aber zu wenig kontrolliert und sei zu unsystematisch vorgegangen, bemängeln Kritiker. Diese Kritik kam keineswegs nur von angeblich "verblendeten" Öko-Aktivisten. Mehrere Länder, darunter auch die neuen Mitgliedsstaaten wie Polen und Ungarn, verhängten Importverbote über MON 810. Zuvor hatte Österreich bereits beide Linien auf den Index gesetzt, was unter anderem auch Gegenstand der Verhandlung vor dem Welthandelsorganisation war ( WTO-Gentechnikurteil könnte EU-Länder stärken (5)). In weiser Voraussicht und wohl wissend, dass die EU-Kommission nationalstaatliche Verbote von zugelassenen Sorten gar nicht gerne sieht, ließen sich die österreichischen Behörden einige schlaue Studien einfallen und ausarbeiten, um ihre Einwände wissenschaftlich zu untermauern. Sie holten sich von der EFSA für eine ganze Reihe von GVP die Volltextdossiers und nahmen diese genau unter die Lupe. So wurden die von den Herstellerfirmen eingereichten Unterlagen ebenso untersucht, wie die angewandten beziehungsweise von der EFSA propagierten Methoden zur Risikobewertung. Eine dieser Studien trägt den sperrigen Titel "Toxikologie und Allergologie von GVO-Produkten. Untersuchungen zur Praxis und Empfehlungen zur Standardisierung der Sicherheitsbewertung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln". Der Forschungsbericht (6) wurde 2003 herausgegeben und sollte zur Pflichtlektüre all jener zählen, die gerne davon sprechen, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel die "am besten geprüften Lebensmittel" sind. Die Studie ist interdisziplinär angelegt und wurde u.a. unter Mitwirkung des international renommierten Mediziners und Allergieexperten Dr. Rudolf Valenta erarbeitet. Die Ergebnisse zum Status quo (Stand der Volltextdossiers 2002) der EFSA-Sicherheitsbewertung waren ernüchternd. Hinsichtlich möglicher Toxizität (Giftigkeit) resümierten ... »weiter |
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