Presseinformation 16.03.2006

Gentechnikfreie Region "Stechlin-Ruppiner Land" gegründet

- 22 Landwirte  unterzeichneten für 29 Gemarkungen ihre Selbstverpflichtungserklärungen
- 38.800 ha schon jetzt "gentechnikfrei"
- Arbeitsgruppe für "Lückenschluss" und Anbindung an bestehende Nachbar-Regionen

Menz - 22 Landwirte, 2 Vertreter der evangelischen Kirche und ein Fischer aus der Region trafen sich am 15.03.2006 in der Regionalwerkstatt Stechlin in Menz.
Die Veranstaltung diente der Unterzeichnung ihrer Selbstverpflichtungserklärungen zur Gründung der Gentechnikfreien Region "Stechlin-Ruppiner Land".

Unterstützt vom Aktionsbündnis Gentechnikfreie Landwirtschaft Berlin-Brandenburg e.V. und moderiert durch Rainhard Dalchow (Umweltbeauftragter der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg) fand am Mittwoch Nachmittag auf Einladung des Fördervereins "Naturlandschaft Stechlin und Menzer Heide" e.V. die Gründungsversammlung für die Gentechnikfreie Region "Stechlin-Ruppiner Land" statt.

Barbara Niedeggen vom Bundesamt für Naturschutz gab in ihrem Eingangsreferat einen Überblick zu den Vor- und Nachteilen der Grünen Gentechnik, zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen in der EU und in Deutschland sowie zum Stand der Gentechnikfreien Regionen in Europa, Deutschland und Brandenburg. Siegfried Mattner , Chef des Oberhavelbauernmarktes Schmachtenhagen berichtete über seine Beweggründe, sich als konventioneller Landwirtschaftsbetrieb für die Gründung Gentechnikfreier Zonen zu engagieren: "Wir Landwirte sind grundsätzlich aufgeschlossen für neue Technologien. Die Risiken und Gefahren bei der Freisetzung Gentechnisch Veränderter Organismen (GVO) sind jedoch nicht absehbar. Unsere Landwirtschaftsbetriebe haben keinen Nutzen von deren Einsatz. Darüber hinaus lehnen 70 % der Bevölkerung - unsere Kunden - gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Ich fordere jedoch von der Gesellschaft, dass qualitativ hochwertige landwirtschaftliche Produkte auch entsprechend honoriert werden. Die "Geiz ist geil"-Mentalität der Verbraucher gefährdet die Existenz vieler Betriebe"
Mit der Unterzeichnung soll ein Signal an alle Landbewirtschafter, Forst- und Fischwirte der Region gesetzt werden, die noch unentschlossen sind.

Als Ergebnis der Veranstaltung entstand eine Karte (140.000 ha), die die vorläufigen Grenzen der Region darstellt und auf der alle Unterzeichner mittels Stecknadeln ihren Betriebsstandort markierten (Foto als .jpg-Datei). Zusammen mit den Landeswaldflächen konnten somit insgesamt 38.800 ha als "gentechnikfrei" verzeichnet werden.
Die Gentechnikfreie Region "Stechlin-Ruppiner Land" liegt zwischen der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern, der A 24, der B 167 und der B 96. 22 Landwirte und ein Fischer unterzeichneten eine Erklärung, worin sie für ihren Betrieb die Verpflichtung übernahmen, keine gentechnisch veränderten Organismen freizusetzen. Insgesamt kam somit eine Fläche von 8.300 ha zusammen. Darüber hinaus werden rund 30.000 ha Landeswald in der Region bereits gentechnikfrei bewirtschaftet. Gentechnikfreiheit ist dort ein Kriterium entsprechend der PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification schemes) -Zertifizierung. Für ca. 500 ha Kirchenwald fasste die Landessynode der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg bereits im November 2001 einen Beschluss, der die Pächter verpflichtet, keine GVO einzusetzen.

"Klar ist, dass jetzt die Arbeit erst beginnt, denn die Lücken müssen geschlossen und der Brückenschlag zu den bereits bestehenden Gentechnikfreien Regionen "Uckermark-Barnim" im Osten und "Nationalpark Müritz" im Norden vollzogen werden" so Reinhard Dalchow "Gelingt dies, könnte in Nord-Brandenburg und Süd-Mecklenburg eine der größten gentechnikfreien Zonen bundesweit entstehen" so Barbara Niedeggen.

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