Mannheimer Morgen
26.06.2004

Schädling rafft Gen-Mais dahin

Versuchsfeld im Südwesten zwangsweise umgegraben

Stuttgart. Eigentlich sollte der Gen-Mais, der derzeit auf mehreren Feldern in Deutschland erprobt wird, gegen Schädlinge resistent sein. Beziehungsweise: Er sollte gegen einen bestimmten Schädling immun sein: den Maiszünsler, dem besondere Aktivität in Süddeutschland, am Oberrhein und im Oderbruch nachgesagt wird. Die Anbauleitung für die Produktion eines Toxins, das der gemeinen "Fritfliege" den Garaus gemacht hätte, war in der genveränderten Pflanze nicht hinterlegt - was, wie sich nun herausstellte, ein fataler Fehler war. Da diese Fliegen-Type in der nordbadischen Region, also just da, wo sich der Acker befand, in diesem Frühjahr besonders viel unterwegs war, musste die Monsanto Agrar Deutschland, eine der drei Firmen, die den umstrittenen Gen-Feldversuch betreut und das Saatgut dafür liefert, ihr Projekt im wahrsten Sinne des Wortes begraben. "Der noch junge Maisbestand auf dem Erprobungsfeld wurde so stark befallen, dass ein Umbruch des Pflanzenbestandes notwendig war", teilte Monsanto gestern unserer Zeitung mit. Heißt so viel wie: Der Mais wurde abgemäht, das Feld umgegraben und ganz normaler Mais angebaut. Damit gibt es jetzt nur noch ein Versuchsfeld in Baden-Württemberg. Den genauen Standort will Monsanto weiter nicht bekannt geben.