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GenMais aus Brandenburg für Milchkühe von Campina/Landliebe
Informationen zum GenMais-Anbau in Neutrebbin »hier
Pressemitteilung vom 04.04.2006 | 12:32
Greenpeace
Landliebe täuscht Verbraucher
Greenpeace deckt auf: Campina/Landliebe-Lieferanten verfuettern Gen-Mais an
Milchkuehe
Heilbronn/Neutrebbin, 4. 4. 2006 - Vor der Firmenzentrale des
Molkereikonzerns Campina in Heilbronn protestieren heute 40
Greenpeace-Aktivisten gegen die Milchviehfuetterung mit genmanipulierten
Pflanzen. Mit einem acht Quadratmeter grossen 'Wahlzettel' fordern sie den
Milchkonzern mit der Marke 'Landliebe' auf, sich fuer einen generellen
Verzicht auf Gen-Pflanzen zu entscheiden. In den fruehen Morgenstunden
hatten Greenpeace-Experten bei einem Campina-Milchlieferanten in
Neutrebbin/Brandenburg eine Futterprobe gezogen und analysiert. Entgegen der
wiederholten oeffentlichen Zusicherung von Campina laesst dieser
landwirtschaftliche Grossbetrieb Gen-Mais an Milchkuehe verfuettern.
'Landliebe taeuscht die Verbraucher', sagt Alexander Hissting,
Gentechnikexperte von Greenpeace. 'Fuer ein paar Hektar Gen-Mais setzt
Landliebe seinen guten Ruf aufs Spiel. Glaubwuerdig wird der Konzern erst
wieder, wenn die Milchlieferungen von Gen-Bauern eingestellt werden.'
Greenpeace hatte bereits im April 2005 aufgedeckt, dass zwei deutsche
Campina-Milchlieferanten den umstrittenen Gen-Mais anbauen. In Briefen an
Verbraucher behauptete Campina anschliessend: ' Die Aussage von Greenpeace,
dass Vertragslandwirte von Landliebe gentechnisch veraenderten Mais an ihre
Milchkuehe verfuettern, ist falsch.' Und: 'Der bisher von zwei
landwirtschaftlichen Betrieben angebaute gentechnisch veraenderte Mais
MON810 ist lediglich im Versuchsanbau angebaut worden und wird nicht fuer
die Verfuetterung an Milchkuehe verwendet.' Mit dem heutigen Nachweis von
Gen-Mais im Kuhfutter ueberfuehrt Greenpeace Campina der
Verbrauchertaeuschung. Auch die Aussage, dass der Mais nur fuer
Versuchszwecke angebaut wuerde, ist falsch. Laut dem Bundesamt fuer
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurde auch der Gen-Mais
in Neutrebbin fuer kommerzielle Zwecke angebaut.
'Campina wirbt mit naturnaher Landwirtschaft, unterstuetzt aber den Anbau
von Gen-Mais', sagt Hissting. 'Der Konzern kann sich nicht mehr laenger mit
duennen Erklaerungen aus der Affaere ziehen, er muss auf die Risikotechnik
im Futtertrog von Milchkuehen verzichten.'
Kurz vor der diesjaehrigen Anbausaison fuer Gen-Mais haben deutsche
Landwirte 1800 Hektar im staatlichen Standortregister des BVL angemeldet.
Das sind nur etwa 0,1 Prozent der deutschen Maisanbauflaeche. Mindestens 134
Hektar davon gehen auf das Konto von Campina/Landliebe-Vertragslandwirten,
die auch dieses Jahr wieder Gen-Mais aussaeen wollen. Diese Betriebe liegen
in Brandenburg in den Ortschaften Heinersdorf, Neutrebbin, Praedikow und
Woelsickendorf.
Der umstrittene Gen-Mais MON810 der Firma Monsanto produziert ein Gift, das
auf Schaedlinge wie den Maiszuensler toedlich wirkt. Das Bt-Gift kann jedoch
auch geschuetzte Insekten schaedigen und sich im Boden anreichern. Die
Schweiz, Oesterreich, Ungarn, Griechenland und Polen haben den Anbau des
Gen-Maises wegen ungeklaerter Risiken verboten.
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