maerkischeallgemeine.de - 31.05.2006

Informationen zu Badingen und Liebenwalde/ Neuholland

Genmais ist ausgesät

Zwei Betriebe bauen an / Befürworter werben für veränderte Pflanzen

CARSTEN SCHÄFER
LIEBENWALDE Auf Feldern rund um Neuholland und Kreuzbruch wächst bereits gentechnisch veränderter Mais. Bauer Christoph Plass aus Neuholland hat auf 17,3 Hektar BT-Mais des Biotechnologiekonzerns Monsanto ausgesät, die Liebenwalder Agrar GmbH baut auf 13 Hektar Genmais an.

Plass verteidigte bei einer Informationsveranstaltung im Preußischen Hof am Montagabend seinen Einsatz der gentechnisch veränderten Pflanzen. BT-Mais produziert ein Eiweiß, das die Raupen des Maiszünslers tötet, die sich sonst durch Stängel, Blätter und Kolben der Maispflanzen fressen. 40 Prozent seiner Mais-Anbaufläche waren im vergangenen Jahr vom Zünsler befallen, sagte Plass. "Das ist ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden." Letztendlich bedrohe das die Konkurrenzfähigkeit und den Profit seines Unternehmens. Plass erklärte, er fühle sich von der Politik allein gelassen, denn in der Öffentlichkeit werde eine unsachliche Diskussion geführt, bei der nur die Argumente der Gentechnik-Gegner zum Zuge kommen würden.

Im Preußischen Hof warben am Montag die Befürworter für die gentechnisch veränderten Pflanzen. Negative Effekte seines Produkts auf die Umwelt könne er nicht erkennen, sagte Wolfgang Voegler, der Leiter der Produktentwicklung bei Monsanto Deutschland. Die von Kritikern befürchtete Auskreuzung von verändertem Erbmaterial sei unwahrscheinlich, wenn der gesetzlich vorgeschriebene Abstand von 20 Metern zu konventionellen Anbauflächen eingehalten würde. Allerdings: "Ganz verhindern lässt sich das nicht." ... »weiter