Kreis fordert Haftungsregelung bei Gen-Mais

Gentechnikfreie Region Uckermark-Barnim hat sich etabliert

Bauern wehren sich gegen den Anbau von Gen-Mais

 

Gründung der gentechnikfreien Region Märkisch-Oderland

Pressemitteilung, 17.05.2004

Bauern verpflichten sich zur Umsetzung einer gentechnikfreien Region

Vierlinden, 17.05.04. Im Landkreis Märkisch-Oderland (MOL) im Osten Brandenburgs wurde am 03. Mai 2004 eine gentechnikfreie Region mit einer Gesamtfläche von 16.400 ha ausgerufen. Ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte aus der brandenburgischen Region haben sich zusammengeschlossen, um auf den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) zu verzichten. Mit Hilfe einer unterzeichneten Selbstverpflichtungserklärung versuchen 30 Betriebe aus Ackerbau und Tierhaltung sich vor einer Kontaminierung mit gentechnisch veränderten Organismen wirkungsvoll zu schützen. Dazu gehört der ausschließliche Einsatz von Saatgut, welches nach Möglichkeit auf GVO untersucht wurde, genauso wie der Versuch auf gentechnisch veränderte Produkte bei der Tier- und Pflanzenproduktion zu verzichten.

Die Hauptgründe für die Schaffung einer gentechnikfreien Region sehen die Landwirte darin, dass der Einsatz und den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft keine positiven Effekte in der Zukunft kommen werden. Es zeigt sich bereits jetzt, dass keine Versicherung die Haftung für Schäden bei Kontaminationen von Futter- oder Lebensmitteln übernimmt. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Erhaltung des dörflichen Friedens. Die Landwirte sehen in der flächigen Einführung der Grünen Gentechnik ein Gegeneinandertreiben der Landwirte in einer Region. Ihrer Meinung nach ist eine Koexistenz der Bewirtschaftungsformen GVO versus konventionelle oder ökologische Landwirtschaft nicht möglich.

Auch knüpfen viele Landwirte Hoffnungen an die positiven wirtschaftlichen Effekte einer gentechnikfreien Region. 70% der Verbraucher lehnen den Einsatz von Gentechnik in Lebensmitteln ab. Entsprechend richten sich die Hersteller nach gentechnikfreien Rohstoffen, um der Nachfrage nachzukommen. Internationale Erfahrungen zeigen, dass die Ausweisung von gentechnikfreien Regionen eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt einer gentechnikfreien Landwirtschaft ist. Ohne ausreichend große Pufferzonen und die Errichtung GVO-freier Gebiete wird der Auskreuzung transgener Pflanzen wenig entgegenzusetzen sein. In Mexiko und Kanada bereiten die unkontrollierten Auskreuzungen von Gen-Mais und Gen-Raps besonders große Probleme. Die Beispiele zeigen, dass möglichst große zusammenhängende Gebiete notwendig sind, um Verunreinigungen zu verhindern. Die wirtschaftliche Existenz sowohl der biologischen wie auch konventionellen Landwirtschaft wird davon abhängen, inwieweit geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um Auskreuzungen zu unterbinden.

Alle Beteiligten der "Gentechnikfreien Region Märkisch Oderland" fordern daher nachdrücklich die Politik auf, strenge Regelungen im Gentechnikgesetz und niedrige Schwellenwerte für den GVO-Anteil im Saatgut zu treffen, damit  auch zukünftig eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Deutschland möglich ist. Der Schutz der Landwirte vor gentechnischen Kontaminationen kann nicht ausschließlich über die Gründung gentechnischfreier Regionen und der Grundlage von Selbstverpflichtungserklärungen erfolgen.

Ansprechpartner:
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Hendrik Wendorff
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