Presseerklärung vom 27. April 2005

Gubener Initiativkreis gentechnikfreie Landwirtschaft
Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik

Aussaat von Genmais in Guben verhindert

Proteste des "Gubener Initiativkreis gentechnikfreie Landwirtschaft" bewirken Verzicht auf Genmais

Landwirt erklärt schriftlich, keinen Genmais auszubringen

Guben und Bernau. Mit der Veröffentlichung im bundesweiten Standortregister wurde vor etwa zehn Wochen bekannt, dass in der Region Guben mehr als 85 Hektar gentechnisch veränderter Mais angebaut werden sollte. Das neue Gentechnikgesetz schreibt die Veröffentlichung aller Flächen vor, auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen ausgebracht werden sollen. Nach Protesten des "Gubener Initiavkreis gentechnikfreie Landwirtschaft" - mit Unterstützung des "Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik" - hat der betroffene Landwirt nun schriftlich erklärt, auf den Anbau von Genmais in diesem Jahr zu verzichten.

Bei dem Genmais handelt es sich um die Bt-Maislinie MON810 von der Firma Monsanto. Dieser Mais ist gentechnisch so verändert, dass er selbstständig ein Gift gegen den Maiszünsler produziert. Mehrere Studien zeigen aber, dass der Mais MON810 auch schädigend auf Nützlinge wirkt. Eine Studie der Biologischen Bundesanstalt zeigte zum Beispiel schädliche Auswirkungen des Mais auf Larven der Trauermücke. Diese spielt auf Ackerflächen eine wichtige Rolle als Zersetzer von Ernterückständen. Gute Gründe für den Initiativkreis, sich gegen den Anbau von Genmais auszusprechen.

Seit bekannt wurde, dass Genmais in der Region Guben angebaut werden soll, engagierte sich der "Gubener Initiativkreis gentechnikfreie Landwirtschaft" gegen dieses Vorhaben. Durch Veranstaltungen wurde die Bevölkerung über die Probleme der Gentechnik und den geplanten Anbau von Genmais in der Region Guben informiert. Desweiteren wurden Gespräche mit dem Anbauer des Genmais gesucht, um seine Beweggründe zu erfahren und ein Umdenken anzuregen.

Der Gemeindekirchenrat der Region Guben beschloss, den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen auf kircheneigenen Flächen sofort zu verbieten. Die Pächter wurden über den Beschluss informiert und aufgefordert, keine gentechnisch veränderten Organismen anzubauen. Als Konsequenz wurden und werden alle Pachtverträge mit dem Passus versehen, dass keine gentechnisch veränderten Organismen auf Kirchenland angebaut werden dürfen. Dies ist auch bei bestehenden Verträgen möglich, da es sich beim Genanbau um eine Aktivität handelt, die bei Vertragsabschluss so noch nicht Teil der allgemeinen landwirtschaftlichen Praxis war.

Der "Gubener Initiativkreis Gentechnikfreie Landwirtschaft" begrüßt die Entscheidung des Landwirtes, keinen gentechnisch veränderten Mais anzubauen und kündigt an, sich auch in Zukunft gegen die Inverkehrbringung von gentechnisch veränderten Organismen zu engagieren.

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Kontakt:
Thomas Janoschka, Pressesprecher Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik, 0162/3987982
Almuth Wilke, Sprecherin des Initiativkreises, 03561/67370
Pfarrer Mathias Berndt, 035692/66718