Gen-Feld in Potsdam zerstört
24.06.2004
(MOZ) Potsdam (dpa) Eine Versuchspflanzung mit gentechnisch veränderten
Kartoffeln ist in Potsdam von Unbekannten zerstört worden. Wie das
Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam-Golm am
Donnerstag mitteilte, wurden am frühen Dienstagmorgen sämtliche 350 Pflanzen
auf rund 150 Quadratmetern mit Sicheln abgeschnitten. Der behördlich
genehmigte so genannte Freisetzungsversuch sollte laut Institut der
Erforschung des Zusammenhangs zwischen Sauerstoffversorgung und
Stoffwechselprozessen wie der Stärkeanreicherung dienen. In die Pflanzen war
dazu ein Gen aus dem Hornklee übertragen worden.
Das Institut habe Anzeige erstattet, in dem Fall ermittle die Kriminalpolizei,
sagte Sprecherin Ursula Roß-Stitt. Die Täter hatten den Angaben zufolge die
Sicheln auf dem Feld zurückgelassen. Der Zaun, der das zum Institutsgelände
gehörende Versuchsfeld umgab, wurde von ihnen zerschnitten. Die im Mai
gepflanzten Kartoffeln hätten im August geerntet werden können. "Für die
Feldzerstörung gibt es keinerlei Rechtfertigung und nachvollziehbare Gründe",
heißt es in der Mitteilung des Instituts. "Es handelt sich schlichtweg um
einen kriminellen Akt des Vandalismus."
Die Grundlagenforschung des Instituts auf diesem Gebiet sei um mindestens ein
Jahr zurückgeworfen worden, hieß es. Zudem sei dem Ansehen des
Biotechnologiestandortes Berlin-Brandenburg geschadet worden. Der Feldversuch
werde im nächsten Jahr wiederholt.
Dem Institut, das seit acht Jahren solche Versuche durchführt, war im März die
Genehmigung zur Freisetzung erteilt worden. Vorausgegangen war dem das
gesetzlich vorgeschriebene Genehmigungsverfahren, in das neben dem
Robert-Koch-Institut die Biologische Bundesanstalt, das Umweltbundesamt, die
Zentrale Kommission für Biologische Sicherheit und die Öffentlichkeit
einbezogen waren.
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