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GEN-Mais im Oderbruch

In der Nähe Berlins, vorwiegend im Oderbruch, soll ab April 2005 großflächig genveränderter Mais (gvMais) der Maislinie Bt-Mais MON810-6 der Firma Monsanto angebaut werden.
Als Begründung wird angegeben, daß dieser Mais ertragreicher und auch widerstandfähiger gegenüber dem maispflanzenfressenden Insekt "Maiszünsler" sein soll.
Auf den gemeldeten Feldern werden vor allem Sorten der Maislinie Bt-Mais MON810-6 der Firma Monsanto angebaut. Dieser Mais bildet ein Gift, dass den Maiszünsler tötet.

Die Bedenken gegen diesen Anbau richten sich zunächst gegen die "gefährlicheh Nebenwirkungen": sowohl Tiere wie andere Pflanzen können unkalkulierbar betroffen sein, "Sicherheitsstudien" bestärken eher Unsicherheiten. Außerdem: es existieren weniger gefährliche Methoden, den Futtermais zu schützen.

Wem nützt dieser Anbau?
Am wenigsten den Verbrauern, denn nun werden Lebensmittel von Tieren (Fleisch,Milch) angeboten, die mit gvMais gefüttert wurden, die bisher nicht gekennzeichnet werden müssen. Auch die überwiegende Mehrheit der Landwirte lehnt diese Futtermittel ab. Einige Bauern haben der Werbung der Saatgutfirma Monsanto nachgegeben - kurzfristig profitieren sie wohl von diesem Anbau.
Am eindeutigsten profitiert der Konzern Monsanto.

Informationen (pdf) zu ökonomischen, ökologischen und rechtlichen Folgen des Anbaus von Mon 810


Nach einer über zwei Jahren angelegten Langzeitstudie der Universität Maryland, die in den USA durchgeführt wurde, schadet gvMais aber auch Nützlingen. Die Forscher fanden heraus, dass über 20% der Raupen des Monarchfalters sich nicht zu Schmetterlingen entwickelten.1 Zwar kommt der Monarchfalter in der EU nicht vor, aber ungarische Wissenschaftler konnten Hinweise auf einen ähnlichen Effekt von Mon810-Maispollen auf das hier heimische Tagpfauenauge finden.2 Ebenso deutet eine Studie der Biologischen Bundesanstalt darauf hin, dass Mon810 Auswirkungen auf Larven der Trauermücke hat, die eine wichtige Rolle als Zersetzer von Ernterückständen auf Ackerflächen spielt.3 Über die gesundheitlichen Auswirkungen von gentechnisch verändertem Mais liegen bisher keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.

Es konnte nachgewiesen werden, dass fehlerhafte Tests von Seiten der Biotech-Unternehmen und fehlerhafte Zulassungsverfahren in den USA zu der Annahme der Unbedenklichkeit von Mon810 geführt haben4. Des weiteren ist allgemein bekannt, dass Mais über 800 Meter weit auskreuzen kann. Verunreinigungen bei Mais konnten in den USA nachgewiesen werden5, ebenso Probleme der Resistenzentwicklung bei den Schädlingen.6

Die Maislinie MON 810 ist seit 1998 in der EU unbeschränkt zum Anbau zugelassen, hat aber in Deutschland noch keine Sortenzulassung, die für einen kommerziellen Anbau nötig wäre. 17 Sorten dieser Maislinie wurden im Herbst 2004 in den gemeinsamen Sortenkatalog der EU eingetragen, so dass sie EU-weit angebaut werden können. (6 davon waren zuvor nur in Frankreich, 11 in Spanien zugelassen). Es gibt einige europäische Länder, die den Anbau von Mon810 verboten haben - darunter Österreich, Ungarn und Polen.

In Deutschland werden dieses Jahr Sorten des MON810-6 angebaut, die noch keine Sortenzulassung besitzen, also nicht zu den 17 Maissorten im gemeinsamen Sortekatalog gehören. Ihr Anbau wird ermöglicht durch eine Sondererlaubnis des Bundessortenamtes, das wahrscheinlich 30 000 kg Saatgut für 2005 zum Anbau freigeben wird.
Nach einer Studie der "Union of Concerned Scientists" konnten in den USA Auskreuzungen in konventionelles Saatgut bebachet werden: bei der Untersuchung von Mais konnten auch Körner der Maislinie Mon810 gefunden werden.


Monsanto gehört - neben Sygenta(Schweiz) , Bayer(BRD), BASF(BRD) und DuPont(USA)- zu den fünf größten Agrarchemie- und Saatgutfirmen weltweit.

Monsanto forscht seit dem Ende der 70iger Jahre an gentechnisch veränderten Pflanzen. 1994 wurde der Anbau in den USA zugelassen und Monsanto wurde auf Anhieb Marktführer Danach erfolgte die weltweite Expansion, hauptsächlich nach Kanada, Argentinien und China.

2002 betrug die weltweite Gesamtanbaufläche von GV-Mais 12,4 Millionen Hektar, das sind bereits 32% der Mais-Anbaufläche der gesamten Welt (allerdings liegen 92 % davon in den USA).

Die Firma handelt mit Saatgut (auch konventionellem)und mit Patenten auf Pflanzen und Saatgut und stellt "Pflanzenschutzmittel" (Agrochemikalien) her. Ihr bekanntestes Produkt ist das Totalherbizid Roundup und die darauf abgestimmte Maispflanze, die durch gentechnische Veränderung gegen Roundup resitent gemacht wird - beim Einsatz dieses Gifts auf dem Acker überlebt außer den gentechnisch manipulierten Pflanzen keinerlei weitere Pflanze. Die Firma verdient zweimal: die Bauern müssen sowohl die Pflanzen als auch das Herbizid bei Monsanto kaufen.

In Deutschland soll jetzt eine Maissorte angepflanzt werden, die eine Gensequenz eines Bakteriums enthält, das ein für Insekten tödliches Gift produziert.

Tödlich für Menschen waren schon einige Produkte dieser Firma wie PCB, mittlerweile weltweit verboten, Dioxin und Agent Orange, ein Totalherbizid , das von der US-Armee in Vietnam großflächig eingesetzt wurde, das noch heute die Böden verseucht und das für viele tausende Mißbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemacht wird.


  1. ^ Vgl. Die greenpeace-Information auf: http://www.greenpeace.at/1593.html
  2. ^ Vgl. Gentechniknachrichten 55. Direkter Link: www.greenpeace.at/uploads/media/dt_abstract_darvas.pdf
  3. ^ Vgl. Gentechniknachrichten 55. Direkter Hinweis: Buechs u.a. (2004): Potentielle Auswirkungen des Anbaus von Bt-Mais: Entwicklungsverzögerung bei Zersetzern und ihren Räubern nach Aufnahme von Mon810 Bt Maisstreu - Folgen für das Ökosystem? Status Seminar "Sicherheitsforschung und Monitoring" 2004 Berlin 16. Juni 2004
  4. ^ Dr. David Schubert, William Freese "Safety Testing and Regulation of Genetically Engineered Foods." In: Biotechnology and GeneticEngineering Reviews (http://www.intercept.co.uk/gb/not.asp?id=RS6LS3L6S6ROFD&rec=oui&pos=0&referer=%2Fgb%2Fdetail.asp%3Faction%3Dcurrent)
  5. ^ Studie von Margaret Mellon im Auftrag der Union for Concerned Scientists. www.newscientist.com
  6. ^ Vgl. Gentechniknachrichten 54. Direkte Quelle: Chilcutt und Tabashnik 2004: www.umweltbundesamt.at/publikationen/publikationssuche/publikationsdetail/?&pub_id=1264