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Mit Bioland Ranch jetzt gentechnikfreie Region von Müritz bis Stechlin |
nordkurier.de - 01.07.2005 Landwirt setzt auf freiwilliges Mittun andererGentechnik. Bauern aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sagen gemeinsam Nein zum Einsatz manipulierter Materialien in ihren Betrieben.Von Hans-Joachim Guth Der Zusammenschluss dahingegen koste dem Einzelnen nicht mehr Geld, erhöhe aber sehr wohl die Chancen am Markt und sei zudem ein Imagegewinn für die gesamte Region. Seit gestern macht auch der erste Betrieb aus dem benachbarten Brandenburg mit. Wilhelm Schekel von der Bioranch Zempow bewirtschaftet in beiden Bundesländern um die 500 Hektar. Die sind nunmehr mit Brief und Siegel als gentechnikfrei attestiert. Nicht auf politischen Druck hin, sondern in Form einer freiwilligen Selbstverpflichtung, so wie sie Karsten Dudziak und seine mecklenburgischen Kollegen bereits vor einem Jahr unterschrieben und ebenfalls gestern bis 2006 erweiterten. Sein erklärtes Ziel sei es, so Mario Schrumpf, Leiter des Naturparkes Stechlin-Ruppiner Land, bis Ende des Jahres wenigstens ein Dutzend Landwirte im Brandenburgischen für das Projekt zu gewinnen. "Wir wollen und können den Prozess nicht führen, wohl aber können wir mit Informationsveranstaltungen die Landwirte einladen, freiwillig mitzumachen", so Schrumpf. Vorstellbar sei eine Verbindung in Richtung Uckermark-Barnim, dorthin, wo es heute bereits eine der größten genetikfreien Regionen Deutschlands gebe. Die 15 Großschutzgebiete Brandenburgs seien prädestiniert für ein solches Großprojekt. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Wolfgang Methling (PDS), der gestern bei der Unterzeichnung am Sitz der Müritz-Nationalpark-Verwaltung in Hohenzieritz (Landkreis Mecklenburg- Strelitz) dabei war, betonte, dass es wegen entsprechender EU-Richtlinien zwingend notwendig sei, gentechnikfreie Regionen einzurichten. "Brüssel schreibt eine - ich sage mal friedliche - Koexistenz zwischen einer Landwirtschaft mit und einer ohne Gentechnik vor. Wer sich komplett gegen das eine oder das andere ausspreche, schaffe eine Worthülse, die zu füllen er nicht imstande sei. Auch zwinge die zu garantierende Wahlfreiheit der Verbraucher zu dieser Koexistenz. Jüngste Umfragen hätten ergeben, dass 70 Prozent dieser Verbraucher unveränderte Lebensmittel fordern würden. Darüber sei er sich auch mit Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) einig. Dies habe er vor einigen Wochen mit ihm beredet. "Damals, als wir noch mehr miteinander sprachen", fügte er hinzu und deutet damit auf die derzeit fast komplette Funkstille zwischen den beiden Schweriner Politikern hin. In Schwerin, aber auch in Potsdam scheuen sich indes die maßgeblichen Politiker, Flächen aus Landesbesitz offiziell in die gentechnikfreien Regionen einzubringen. Man wolle kein politisches Zeichen setzen für die eine oder die andere Form landwirtschaftlicher Produktion, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Als die Geschäftsführerin des BUND Mecklenburg-Vorpommern, Corinna Cwielag, als Koordinator in dieser Sache mit einer entsprechenden Bitte an Landwirtschaftsminister Backhaus herantrat, ließ der sie wissen, dass alle Landeswaldflächen bereits heute nach entsprechender Zertifizierung gentechnikfreie Räume darstellen würden. Statt eine Unterschrift zu geben, schreibt er: "Ich bin der Auffassung, dass mit der Zertifizierung des gesamten Landeswaldes Ihrem Anliegen bereits voll entsprochen wird." nordkurier.de - 01.07.2005 Gentechnikfrei bis nach BrandenburgMüritzkreis (cc). Für die Ausdehnung der mit 29 300 Hektar bislang größten gentechnikfreien Region Müritz bis in das benachbarte brandenburgische Großschutzgebiet Stechlin-Ruppiner Land haben sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Umweltminister Wolfgang Methling (PDS) auf einer Veranstaltung mit Landwirten in Hohenzieritz (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) in der Nationalparkverwaltung eingesetzt. Anlass war die geplante Verlängerung des vor einem Jahr am 14. Juli 2004 getroffenen Memorandums von sieben Landwirtschaftsbetrieben der Nationalpark-Region Müritz, der Nationalparkverwaltung und dem Bundesforstamt in Neustrelitz. Am und im Müritz-Nationalpark haben sie damit die größte zusammenhängende gentechnikfreie Region in Mecklenburg-Vorpommern eingerichtet. 4300 Hektar der insgesamt 29 300 Hektar sind landwirtschaftliche Nutzfläche. Dem Memorandum wollen jetzt auch Landwirte aus dem benachbarten brandenburgischen Naturpark beitreten. Der Naturpark umfasst eine Fläche von 68 000 Hektar, davon sind 17 400 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. "Damit beginnt die Bildung einer der größten gentechnikfreien Regionen Deutschlands - ein wichtiger Arbeitsplatzfaktor für den Tourismus und die Erzeugung unveränderter Lebensmittel, die von 70 Prozent der Verbraucher gefordert werden", sagte BUNDLandesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Hintergrund des Treffens mit dem Umweltminister im Nationalpark ist die am 13. April 2005 auf der Insel Vilm von Großschutzgebietsleitungen und Verbänden verabschiedete Vilmer Resolution, die einen Schutz ökologisch sensibler Gebiete, wie Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Natura 2000-Gebiete vor Kontamination mit künstlich genveränderten Organismen fordert. BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag führte dazu aus: "Die Unterstützung durch Umweltminister Wolfgang Methling ist auch deshalb besonders wichtig, weil die Weltnaturschutzorganisation IUCN seit Oktober 2004 in einem Moratorium die Forderung nach einem Gentechnikmoratorium für ökologisch sensible Gebiete erlassen hat. Für das Image Mecklenburg-Vorpommerns als Naturland leistet der Minister damit einen großen Dienst." |