Bauernschaft bei Genmais gespalten

Seelow (dos) Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen spaltet im Landkreis Märkisch-Oderland die Bauernschaft. Ein Teil der Landwirte testet seit zwei Jahren das veränderte Saatgut auf den Feldern. Ein anderer Teil lehnt die Gentechnik konsequent ab. Dieser gründete im vorigen Jahr eine Gruppe "Gentechnikfreie Region Märkisch-Oderland". Dahinter stehen Landwirte, Imker und andere Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte.

Für dieses Jahr haben im Landkreis Märkisch-Oderland sieben Unternehmen den Anbau von Genmais an 18 Standorten mit insgesamt 380 Hektar angemeldet. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, wo letztlich nur auf 108 statt auf den angemeldeten 311 Hektar Genmais angebaut wurde.

Mitglieder der Gruppe "Gentechnikfreie Region Märkisch-Oderland" diskutierten jetzt mit Landwirten in Dogelin über Chancen und Risiken der Gentechnik. Auf der Veranstaltung wurden klare Entscheidungen von der Politik gefordert. Sie müsse verbindliche Regelungen für beide Lager schaffen. Für Ökolandwirte könne die Verunreinigung mit veränderten Pflanzen das Aus bedeuten. Zumal es bislang keine eindeutigen Haftungsregelungen gebe.

Schon jetzt würden einige Bioerzeuger ihre Produkte nicht mehr los, weil Märkisch-Oderland als "genverseuchter" Kreis gelte, hieß es auf der Veranstaltung in Dolgelin.