Nebenerwerbs-Landwirte gegen "grüne Gentechnik"
Templin (dpa) Gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen hat sich der
Bundesverband der Landwirte im Nebenberuf ausgesprochen. "Gentechnik hat auf
unseren Feldern nichts zu suchen", sagte Geschäftsführer Jens Reichardt am
Sonntag auf der Jahrestagung des Verbandes in Templin (Uckermark). Das
Risiko, das mit der Freisetzung von gentechnisch verändertem Erbmaterial
einhergehe, sei unüberschaubar. Durch Pollen- oder Bienenflug komme es zu so
genannten Auskreuzungen, so unter verschiedenen gentechnisch veränderten
Sorten, aber auch bei Wildkräutern und Getreide. Die Folge seien veränderte
Eigenschaften künftiger Pflanzengenerationen.
Der Verband kritisierte die aktuelle Praxis der Alterssicherung von Ehegatten
der Nebenerwerbs-Landwirte. Die Landwirtschaftliche Alterskasse müsse endlich
die Befreiung der Ehegatten ermöglichen, forderte Reichardt. In vielen Fällen
seien die Beiträge so hoch, dass sie die Einnahmen, die der Hof bringe,
überstiegen. "Das zwingt viele Landwirte zur Aufgabe des Hofes."
Dem Verband gehören den Angaben zufolge bundesweit 15 000 Mitglieder an. In
Berlin und Brandenburg existieren derzeit etwa 3700 Landwirtschaftsbetriebe
im Nebenerwerb. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 25 Hektar.
Bundesweit gibt es rund 240 000 Landwirte im Nebenerwerb.
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