moz.de - 13.11.2005

Nebenerwerbs-Landwirte gegen "grüne Gentechnik"

Templin (dpa) Gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen hat sich der Bundesverband der Landwirte im Nebenberuf ausgesprochen. "Gentechnik hat auf unseren Feldern nichts zu suchen", sagte Geschäftsführer Jens Reichardt am Sonntag auf der Jahrestagung des Verbandes in Templin (Uckermark). Das Risiko, das mit der Freisetzung von gentechnisch verändertem Erbmaterial einhergehe, sei unüberschaubar. Durch Pollen- oder Bienenflug komme es zu so genannten Auskreuzungen, so unter verschiedenen gentechnisch veränderten Sorten, aber auch bei Wildkräutern und Getreide. Die Folge seien veränderte Eigenschaften künftiger Pflanzengenerationen.

Der Verband kritisierte die aktuelle Praxis der Alterssicherung von Ehegatten der Nebenerwerbs-Landwirte. Die Landwirtschaftliche Alterskasse müsse endlich die Befreiung der Ehegatten ermöglichen, forderte Reichardt. In vielen Fällen seien die Beiträge so hoch, dass sie die Einnahmen, die der Hof bringe, überstiegen. "Das zwingt viele Landwirte zur Aufgabe des Hofes."

Dem Verband gehören den Angaben zufolge bundesweit 15 000 Mitglieder an. In Berlin und Brandenburg existieren derzeit etwa 3700 Landwirtschaftsbetriebe im Nebenerwerb. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 25 Hektar. Bundesweit gibt es rund 240 000 Landwirte im Nebenerwerb.