Mit Traktoren gegen Anbau von Genmais
Eberswalde (MOZ) Rund 100 Menschen haben am Freitag in Eberswalde gegen den
Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft protestiert. Landwirte und
Verbraucher waren dem Aufruf des Aktionsbündnisses gentechnikfreie
Landwirtschaft Berlin-Brandenburg gefolgt.
Bauern wie Peter Krenz aus Brodowin (Barnim) Ralf Behring aus Leuenberg
(Märkisch-Oderland) waren der Einladung gefolgt und mit ihren Traktoren in
die Barnimer Kreisstadt Eberswalde gekommen. "Genmais-freie Zone" oder
"Keine Macht den Gentechnik-Konzernen" steht auf Plakaten. "Für
kontrollierte Bioprodukte müssen wir nachweisen, dass wir gentechnikfrei
produzieren. Wie sollen wir das, wenn auf dem Nachbarfeld genmanipulierter
Mais steht, dessen Pollen an keiner Grenze Halt machen?", regt sich Krenz
auf. Wehret den Anfängen, ist das Motto der Demonstranten.
Der Ort des Protestes ist nicht zufällig gewählt. Eberswalde hatte sich 2005
als erste Stadt im Land zur gentechnikfreien Zone erklärt. Eine handvoll
Landwirte gibt es in der Gemarkung. Aber auch den Getreide-Großhändler
Märka. Dieser wirbt bei den Landwirten in der Region derzeit massiv für
gentechnisch verändertes Saatgut des amerikanischen Konzerns Monsanto.
Dass die Mark bundesweit führend beim Anbau von genmanipuliertem Mais ist,
sei "nicht zuletzt" auf die Märka zurückzuführen, sagte Nora Mannhardt vom
Aktionsbündnis. Die Firma kooperiere eng mit Monsanto, dem weltweit größten
Anbieter von gentechnisch verändertem Saatgut. Der so genannte Genmais sei
nicht mainipuliert, sondern gentechnisch verbessert, gesünder und weniger
schädlingsanfällig, sagt Märka und bietet Abnahmegarantien.
Etwa 50 Bauern protestierten mit einem übergroßen Maiskolben, Transparenten
und Spruchbändern auf ihren Traktoren vor den verschlossenen Toren der
Firma. "Wir wollen uns nicht vorschreiben lassen, was wir zu Hause auf
unseren Teller packen", warnte die bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete
Cornelia Behm vor einer flächendeckenden Ausbreitung gentechnisch
veränderten Saatguts.
Bündnis-Koordinator Thomas Janoschka unterstrich, solange die Risiken von
gentechnischen Veränderungen in Pflanzen nicht restlos aufgeklärt seien,
"gehört der Genmais nicht auf den Acker".
Der Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut rechne sich langfristig nur
für die großen Agrarkonzerne wie Monsanto, sagte der Vizepräsident des
Bauernbundes, Bringfried Wolter. Weder bei Mais noch bei Raps, Soja oder
Baumwolle habe sich in den vergangenen zehn Jahren durch den Einsatz von
Gentechnik die Gewinnsituation der Landwirte verbessert, erklärte er. Die
Demonstration in Eberwalde war Teil einer bundesweiten Protestwelle. An über
50 Orten fanden am Freitag Aktionen gegen den Anbau von Genmais statt.
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