Gentechnik in der Landwirtschaft thematisiert
Ein informativer Abend mit freundlichen Menschen
Am Samstag den 17.04. trafen sich interessierte Menschen aus Flieth,
Schwedt, Thomsdorf, Klaushagen und Lychen im lychener "Hausvogelgesang", um
sich nach dem Anschauen des Dokumentarfilmes "Tote Ernte - Der Krieg um's
Saatgut", von Kai Krüger & Bertram Verhaag über Gentechnik in der
Landwirtschaft auszutauschen. Dazu eingeladen hatten der Pächter des Hauses
Thomas Held und der Organisator Roy Rempt, kompetente Gäste waren Nicola
Dobler, Gärtnerin vom "Hof im Winkel" in Thomsdorf und Christa Lüder vom
Bündnis90/Grüne aus Schwedt/Berlin.
Alle waren beeindruckt von der Klarheit der Aussagen des Filmes und
erschüttert von dem Inhalt:
"Den Bauern wird ihr ur-eigenes Recht auf 'Nachbau' und Zucht eigener Sorten
genommen." Sie werden damit zu Abhängigen (O-Ton: "zu Leibeigenen").
"Der Hersteller Monsanto hat erwirken können, dass die Grenzwerte für
Rückstände seines Pflanzengiftes 'Roundup' in Lebensmitteln erhöht wurde."
"Gentechnikhersteller sind auch Pflanzengifthersteller, vergiften Land,
Pflanzen, ... Menschen und erwirken Rechtfertigung dafür durch
PolitikerInnen und offizielle Gremien und organisieren Psychoterror:
Ganztagsüberwachung, Kontrollen gegenüber Landwirten, die sich nicht von
ihnen abhängig machen lassen wollen. Die von ihnen abhängigen Bauern machen
unkontrollierbare Genversuche durch die Freisetzung gen-verseuchter
Pflanzen. Dies ähnelt sehr der Atomtechnik und Atomversuchen, die, wie wir
wissen, zum GAU führten und nachhaltig große Teile Land und Leute
verscheucht, auch heute noch und immer mehr."
Die in dem Film zusammengetragenen Fakten zeigten, dass Industrie-Riesen
machen können, was sie wollen, solange Menschen sich nicht
zusammenschließen, Widerstand leisten, sich organisieren und politischen
Druck aufbauen. (O-Ton: "Bauern sollten Ihr Recht der Aussageverweigerung in
Anspruch nehmen und keine Angaben über Herkunft ihres Saatgutes machen, da
diese später zu ihren Nachteil verwandt werden.") In Bayern gibt es eine
Initiative, die gegen die "Auskunftspflicht" klagt. Sie sind sich sicher,
das es für die "Auskunftspflicht" keine rechtliche Grundlage gibt und hoffen
auf Solidarität von weiteren Bauern und Landwirten.
Die größte Macht hat Mensch sonst nur noch durch Kauf oder Verweigerung von
gentechnisch veränderten Produkten. Wobei dies schwer fallen wird, weil z.B.
bei Fleisch nicht klar sein wird, ob die Tiere zuvor mit gen-verändertem
Futter gefüttert wurden und bei Produkten, die keine Lebensmittel sind, wird
nix deklariert werden. Selbst bei größter Sorgfalt kann nicht garantiert
werden, ob gen-veränderter Samen vom Nachbarbauern auf das eigene Feld weht,
die eigenen Pflanzen von genmanipulierten Pflanzen bestäubt werden und
Transport- und Verarbeitungsfirmen reinigen ihre Technik vorher nie so
gründlich, dass es zu keiner Vermischung kommt.
Hier in der Uckermark sind 30 Landwirte schon sehr vorbildlich und bauen
keine gen-veränderten Pflanzen an. Sie haben sich selbst dazu verpflichtet
und schützen damit 50.000 Hektar Land weitgehend vor Gen-Verseuchung. Damit
haben wir hier die größte von 23 "Gentechnikfreien Zonen" in Deutschland.
Eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema findet im 04. Mai 19:00 Uhr im
MKC in Templin statt.
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