Platzeck ist kein Öko mehr
aber: Gentechnik in der Landwirtschaft ist nun politisch erwünscht
Martin Klesmann
Der Umwelt- und Naturschutz in Brandenburg wird nach dem am Dienstag in
Potsdam unterzeichneten Koalitionsvertrag deutlich zurückgefahren. Dabei war
es doch ausgerechnet der heutige Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD),
der Anfang der 90er-Jahre als grüner Umweltminister die weit reichendste
Naturschutzgesetzgebung in der Bundesrepublik vorgelegt hatte. Im neuen
Vertrag gilt davon nichts mehr: "Für den Umgang mit Umwelt- und
Naturschutzrecht haben sich die Koalitionspartner darauf verständigt, dass
sie grundsätzlich keine Landesregelungen über Bundes- und EU-Standard
verfolgen", heißt es dort.
In dem Koalitionsvertrag legten SPD und CDU auch ausdrücklich fest, dass "das
Nationalparkgesetz Unteres Odertal mit dem Ziel der besseren Aktzeptanz
überarbeitet wird". Bauern, aber auch die Schwedter Erdölraffinerie PCK waren
wiederholt gegen das bisher geltende Gesetz Sturm gelaufen. Zudem wollen die
Koalitionäre die Bauern "durch eine breite und gezielte Kampagne"
ausdrücklich für die Biotechnologie gewinnen. Das heißt: Gentechnik in der
Landwirtschaft ist nun politisch erwünscht. Und selbst die bisher fällige
Jagdsteuer wird nicht mehr erhoben.
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