PRESSEMITTEILUNG / 03.03.2006

Bauernbund Brandenburg: Landwirtschaft zeigt kein Interesse an gentechnisch verändertem Saatgut

Zum bundesweiten Aktionstag gegen Gentechnik, an dem in Brandenburg unter anderem vor der Zentrale der Firma Märka in Eberswalde demonstriert wird, erklärt Bringfried Wolter, Vizepräsident des Bauernbundes Brandenburg und Landwirt auf einem 800-Hektar-Ackerbaubetrieb in Wilmersdorf / Barnim: "99 Prozent der brandenburgischen Bauern demonstrieren mit, und zwar ganz einfach, indem sie dieses Frühjahr wieder konventionelles Saatgut einsetzen werden ­ und das, obwohl die Gentechnik-Hersteller händeringend nach Abnehmern suchen".

Angesichts der extrem geringen Nachfrage ­ für 2006 beantragt sind knapp 1000 Hektar ­ sei es übertrieben, Brandenburg als "Hochburg" der grünen Gentechnik zu bezeichnen, so Wolter weiter: "Fakt ist, dass wir Spitzenerträge ohne Gentechnik erzielen und dass es wegen der Haftungsrisiken und patentrechtlichen Abhängigkeiten für die Masse der Landwirte überhaupt nicht in Frage kommt, Gentechnik einzusetzen." Der sogenannte BT-Mais sei nur etwas für Betriebe, die ihren Maisanbau nicht im Griff hätten, vermutet Wolter. Der schädliche Maiszünsler lasse sich normalerweise mit ackerbaulichen Methoden erfolgreich bekämpfen.

"Wir müssen die Fehler der Amerikaner hier nicht alle nachmachen", meint Wolter und verweist auf eine kürzlich an der Universität Kassel vorgestellte Auswertung von Wirtschaftlichkeitsstudien aus den USA. Weder bei Mais noch bei Raps, Soja oder Baumwolle habe sich in den letzten zehn Jahren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, durch den Einsatz von Gentechnik die Ertrags- und Gewinnsituation der beteiligten Landwirte verbessert. "Von einer Zukunftstechnologie kann man da wohl kaum mehr sprechen", so Wolter abschließend.


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