In Berge, einem Dorf in der Prignitz, direkt an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern, betreibt die Firma Solavista einen Freisetzungsversuch mit genmanipulierten Kartoffeln. Das Feld liegt direkt im Ort (Flur 2, Flurstücke 144/19 und 144/21) und wird von einem örtlichen Kartoffelbauern betreut. Der Versuch findet in diesem Jahr zum ersten mal statt und soll bis 2012 also 9 Jahre lang durchgeführt werden.

Die Solavista GmbH & Co. KG, mit Sitz in Potsdam, ist ein Joint Venture Unternehmen des holländischen Stärkeverarbeiters AVEBE b.a., dem Weltmarktführer bei Kartoffelstärkeprodukten und dem größten deutschen Chemiekonzern Bayer. Bayer ist gleichzeitig einer der weltweiten Marktführer in der AgroGentechnik.

Die AVEBE b.a. hat ihren Firmensitz in den Niederlanden und ist genossenschaftlich organisiert, mit mehreren regionalen Fabriken. AVEBE fährt in Sachen Gentechnik doppelgleisig, ist AVEBE doch auch bestrebt gentechnikfreie Produkte anbieten zu können.

Geschäftsziel der Solavista ist die Entwicklung und Vermarktung von Kartoffelsorten mit neuen oder veränderten Stärkeeigenschaften mit Hilfe der Gentechnik. Die genmanipulierten Kartoffeln sollen ein billiger Rohstofflieferant für die Herstellung von Plastik werden. Genau die selben Versuche finden noch in Diesdorf (Sachsen-Anhalt), Funnix (Niedersachsen), Lehmden (Niedersachsen), Tarnow (Mecklenburg-Vorpommern) und Wittingen (Niedersachsen) statt.

Die Voraussetzungen für diesen Versuch sind im mit öffentlichen Geldern finanzierten Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Golm gelegt worden. Die dort erzielten Forschungsergebnisse wurden zu Gründung eines kleines Unternehmens verwendet, dass dann an den Bayer-Konzern verkauft worden ist. Am 22.6. wurde in Golm ein Versuchsfeld mit Kartoffeln des MPI zerstört. Bereits die Ankündigung von Protestaktionen bewegten Bayer zur Aufgabe des Feldes mit genmanipulierten Kartoffeln in Lentzke bei Neuruppin.