taz.de - 16.03.2007

Probleme mit Gentech-Kartoffeln

Der Chemiekonzern BASF darf seine gentechnisch veränderten Stärkekartoffeln vorerst nicht wie geplant in Deutschland anbauen

Wolfgang Löhr
Mit seinen Gentechkartoffeln hat der Chemiekonzern BASF dieses Jahr kein Glück. Noch Anfang des Jahres ging der Konzern davon aus, in diesem Frühjahr erstmals seine Stärkekartoffel Amflora großflächig in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern anbauen zu dürfen. Daraus wird jetzt nichts. Die EU-Kommission hat plötzlich Bedenken bekommen und will erst noch ein Gutachten einholen.

Die zur Gewinnung von Industriestärke konstruierten Amflora-Knollen haben nicht nur eine veränderte Stärkezusammensetzung, sie enthalten als Marker auch ein Resistenzgen gegen das in der Medizin eingesetzte Antibiotikum Kanamycin. Nach der EU-Freisetzungsrichtlinie dürfen kommerziell genutzte Gentechpflanzen jedoch keine medizinisch relevanten Resistenzgene gegen Antibiotika enthalten. Eigentlich war die EU-Zulassung für den kommerziellen Anbau der Amflora-Knollen nur noch eine Formsache. Doch nun hat die Kommission entschieden, erst noch eine Stellungnahme über die Risiken der Kanamycin-Resistenz bei der Europäischen Arzneimittelbehörde Emea einzuholen.

Auch in Irland und den Niederlanden hat die Plant-Science-Abteilung von BASF jetzt Rückschläge wegzustecken. In Irland geht es um pilzresistente Gentechkartoffeln, die besonders widerstandsfähig gegen den Erreger der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) sein sollen. Schon im vergangenen Jahr wollten der Konzern ... »weiter