Greenpeace deckt illegalen Gen-Anbau auf
Seehofer setzt Einhaltung der Gesetze und Schutz der Umwelt nicht durch
Strausberg/Hohenstein (ots) - 15 Greenpeace-Aktivisten haben heute einen
illegalen Gen-Mais-Acker in Brandenburg markiert und Strafanzeige gegen den
Landwirt Jörg Piprek gestellt. Die Aktivisten haben einen sieben Meter hohen
Wachturm aufgestellt und das Feld mit Absperrband markiert,
um darauf aufmerksam zu machen, dass hier widerrechtlich Gen-Mais angebaut
wird. Der Landwirt hat Gen-Mais ausgesät ohne bei den Behörden die Standorte
zu melden. Damit verstößt er gegen das Gentechnikgesetz. Greenpeace fordert
den Landwirt auf, die genmanipulierten Pflanzen unverzüglich unterzupflügen.
Laut Risikobewertung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz und
Landwirtschaft (BVL) besteht bei dem hier angebauten Gen-Mais MON810 "ein
berechtigter Grund zu der Annahme, dass dieser eine Gefahr für die Umwelt
darstellt".
"Es ist der reinste Irrsinn: keiner kann mehr mit Gewissheit sagen, wo überall
Gen-Mais wächst", sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei
Greenpeace, "Landwirtschaftsminister Seehofer hat versäumt dafür zu sorgen,
dass die Gesetze eingehalten und kontrolliert werden. Zudem will der Minister
das Gentechnikgesetz verschlechtern und die Transparenz des Anbaus drastisch
einschränken. Das Chaos ist dann vorprogrammiert".
Der Bauer verstößt in diesem Fall nicht nur gegen das Gentechnikgesetz. Auch
der Eigentümer eines der betroffenen Flurstücke fordert vom Pächter Jörg
Piprek, den Gen-Mais unverzüglich abzuernten. Er hatte bereits vor der
Aussaat im März 2007 seinem Pächter den Anbau von Gen-Mais explizit
untersagt.
Dieser Gen-Acker ist kein Einzelfall: Nur wenige Kilometer entfernt wächst
Gen-Mais in dem Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch, wo gefährdete
Schmetterlingsarten leben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben,
dass sich das von dem Gen-Mais produzierte Bt-Gift auch auf zahlreiche Tiere,
darunter auch Schmetterlinge, negativ auswirkt. Zwar hat der Landkreis
Märkisch-Oderland verfügt, dass der Gen-Mais im und in unmittelbarer Nähe des
Naturschutzgebietes umgebrochen wird, der Gen-Bauer Piprek hat jedoch gegen
diese Verfügung Widerspruch eingelegt.
"Diese Fälle zeigen, dass der Anbau genmanipulierter Pflanzen nicht zu
kontrollieren ist. Selbst bestehende Gesetze greifen nicht. Und dies ist
vermutlich erst die Spitze des Eisberges", so Brendel.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Brendel, Tel. 0171 8780 844,
oder Pressesprecher Patric Salize, Tel. 0171 6035 532. Hier können Sie auch
die Klageschrift bekommen. Fotos bekommen Sie unter 040 30618 377.
Videomaterial erhalten Sie unter 0173 6088 620. Internet: www.greenpeace.de.
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