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Moin moin,
entgegen der Greenpeace-Alarmmeldung ergibt sich nach
der Lektüre von
http://www.biosicherheit.de/aktuell/286.doku.html
(siehe Text unten) ein etwas anderes Licht.
Und außerdem sind laut Sebastian Fettig von der Uni
Bayreuth (siehe Forum http://www.transgen.de - Thread
"Immer wieder Greenpeace") die "gravierenden Schäden"
bei Ratten in der wissenschaftlichen Literatur nicht
aufgetaucht, wohl aber Daten zu Milchvieh und Hühnern,
an denen keinerlei Veränderungen festgestellt werden
konnten.
Gruß
xxx
"Gravierende Schäden" oder normale statistische Streuung?
Neuer Streit um die Sicherheit von gentechnisch
verändertem Mais: Diesmal geht es um MON863-Mais, der
über eine Resistenz gegen den Maiswurzelbohrer
verfügt. Während die Experten der Europäischen
Lebensmittelbehörde (EFSA) keine Sicherheitsbedenken
haben, sieht Greenpeace "offensichtliche Mängel" und
warnt vor einer Zulassung.
Sowohl die Umweltschützer wie die EFSA-Experten
stützen sich auf die Ergebnisse von
Fütterungsversuchen mit Ratten. In derartigen
Tierversuchen wird überprüft, ob eine Ernährung mit
einer bestimmten gentechnisch veränderten Pflanze
schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben
könnte. Im Fall des MON863-Mais wurden bei einigen
Versuchstieren Auffälligkeiten beobachtet, über deren
Bewertung die Auffassungen auseinander gehen.
Greenpeace stützt sich bei seinem Vorwurf auf eine
Bewertung der französischen Gentechnik-Kommission CGB
(Commission du Génie Biomoléculaire). Diese beurteilt
die Ergebnisse der Tierversuche als bedenklich, da an
den Ratten Veränderungen im Blutbild und an der Niere
zu erkennen seien. Nach einem Bericht der Pariser
Zeitung Le Monde soll die CGB bereits im Oktober
letzten Jahres von einer Zulassung der betreffenden
Maissorte ohne weitere Untersuchungen abgeraten haben.
Ganz andere Schlüsse ziehen die Experten der
Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit aus
den Befunden der Fütterungsversuche. Dieses von
politischen Weisungen unabhängige GMO Panel wird bei
allen Zulassungsverfahren für gv-Pflanzen und
GVO-Produkten hinzugezogen und erstellt dazu ein
wissenschaftliches Gutachten.
Wie auch die französische Behörde für
Lebensmittelsicherheit (Afssa) halten die
EFSA-Experten die bei den Versuchstieren gefundenen
Abweichungen für "toxikologisch nicht relevant". Sie
bewegten sich in einer statistisch nicht
ungewöhnlichen Bandbreite und seien kein Anzeichen
dafür, dass der MON863-Mais zu gesundheitlichen
Schäden führen könnte.
Abweichungen im Blutbild: Biologisch relevant?
Bei den umstrittenen Untersuchungen wurden Ratten über
einen Zeitraum von neunzig Tagen mit einer Diät aus
gentechnisch verändertem MON863-Mais gefüttert. Zum
Vergleich erhielten andere Ratten eine Diät aus der
nicht-gentechnisch veränderten Ausgangslinie bzw. aus
sechs weiteren konventionellen Maissorten. Bei den
Versuchstieren wurde die Nahrungsaufnahme, das
Körpergewicht, Organgewichte, klinisch feststellbare
negative Effekte im Blutbild, mikroskopische
Gewebeuntersuchungen und pathologische Befunde
analysiert.
Dabei wurden bei den MON863-gefütterten Ratten einige
Abweichungen im Vergleich zu den Kontrollgruppen
festgestellt:
Blutbild
Die Lymphocytenzahl (weiße Blutkörperchen) war leicht
erhöht, lag jedoch im Bereich der statistischen
Standardabweichung der Messwerte, die bei den Tieren
der Kontroll- und Referenzgruppen gefunden wurden.
(Diese wurden mit der nicht-gentechnisch veränderten
Ausgangslinie bzw. mit den anderen konventionellen
Maissorten gefüttert.
Die Zahl der Reticulozyten (junger roter
Blutkörperchen) war bei weiblichen Versuchstieren
geringfügig kleiner, bewegte sich jedoch größtenteils
im Bereich der gemessenen Werte der Kontroll- und
Referenzgruppen.
Organgewichte
Die Nieren männlicher Versuchsratten waren
geringfügig leichter. Die Werte lagen jedoch noch im
Bereich der Standardabweichung der Referenzgruppen.
Mikroskopische Gewebeuntersuchungen
Geringfügige Unterschiede wurden bei der sogenannten
Mineralisierung von Nierentubuli gefunden. Dieser
Befund wird von Toxikologen als pathologisch nicht
bedeutend eingestuft und von der EFSA wegen der
Geringfügigkeit der Veränderungen im Vergleich zu den
Kontrollgruppen auch nicht auf die Fütterung mit
MON863- Mais zurückgeführt.
Albumin/Globulin-Gehalt
Die MON863-gefütterten Ratten wiesen im Vergleich zu
den Kontroll- und Referenzgruppen einen leicht
reduzierten Gehalt an Albumin und Globulin (im Blut
vorkommende Proteine) auf. Eine Referenzgruppe, die
mit konventionellem Mais gefüttert wurde, zeigte
ähnliche Abweichungen wie bei den MON863-gefütterten
Ratten.
Nach Auffassung der EFSA-Experten bewegen sich alle
bei den MON863-Versuchstieren beobachteten
Abweichungen innerhalb der natürlichen
Variationsbreite. Zudem liegen sie im Bereich
"normaler" statistischer Streuung der bei den
Kontroll- und Referenzgruppen gemessenen Werte
(Standardabweichung).
Für die EFSA liefern die toxikologischen Tests keine
Hinweise auf eine schädigende Wirkung des MON863-Mais.
Die Behörde hat daher seine Zulassung befürwortet.
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