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Mittwoch 1. Oktober 2003, 15:09 Uhr

Greenpeace und Metro streiten um gentechnisch veränderte Nahrung

Düsseldorf (AP) Zwischen der Umweltschutzorganisation Greenpeace und dem Handelsriesen Metro ist es zum Streit um den Umgang mit gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln gekommen. Greenpeace warf dem Konzern am Mittwoch vor, er wolle «im Gegensatz zu den meisten deutschen Lebensmittelherstellern genmanipulierte Nahrung durchsetzen». Metro-Sprecher Albrecht von Truchseß hielt dagegen, schon heute seien nach Schätzungen des Berliner Verbraucherministeriums höchstens 40 Prozent der Lebensmittel nicht in irgendeiner Weise mit Gentechnik in Berührung gekommen.

Greenpeace forderte bei einer Aktion in Düsseldorf die Metro zu einem «klaren Nein zu Genfood» auf. Den Umweltschützern liege ein internes Protokoll eines Treffens zwischen Metro und den Gentechnik-Konzernen Monsanto und Bayer vor. Danach sollten auch Tengelmann und Aldi in die Pro-Gentechnik Kampagne einbezogen werden.

«Metro macht sich zum Handlanger der Gen-Industrie und täuscht seine Kunden», erklärte Greenpeace-Gentechnikexperte Alexander Hissting. Die große Mehrheit der Verbraucher in Europa lehne Gentechnik im Essen ab.

Die Metro-Gruppe engagiere sich «weder für noch gegen genveränderte Lebensmittel», betonte deren Sprecher Truchseß. «Man kann allerdings nicht die Augen davor verschließen, dass die Grüne Gentechnik in der agrarischen Rohstoff- und Lebensmittelherstellung bereits in vielen Teilen der Welt verbreitet ist.» Das habe dazu geführt, dass nach Angaben des Bundesernährungsministeriums «60 bis 70 Prozent der auf dem deutschen Markt vertriebenen Lebensmittel in irgendeiner Weise mit der Gentechnik in Berührung gekommen sind».

Deshalb käme die von Greenpeace geforderte Abgabe einer Garantie für einen Verzicht auf den Vertrieb jeglicher Lebensmittel, die mit der Gentechnik in Berührung gekommen sind, einer vorsätzlichen Verbrauchertäuschung gleich, erklärte Truchseß. «Dafür steht unser Unternehmen nicht zur Verfügung.»

Metro wolle aber seine Kunden über Inhaltsstoffe von Lebensmittel umfassend informieren und begrüße deshalb die neue EU-Verordnung zur Kennzeichnung und Rückverfolgung von Gentechnisch Modifizierten Organismen (GVO). Metro habe schon in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen damit gemacht, sich mit möglichst vielen Beteiligten frühzeitig an einen Tisch zu setzen, um Themen der Lebensmittelsicherheit und Verbraucheraufklärung umfassend und verantwortungsvoll zu bearbeiten. An den Kosten für die Information der Kunden werde sich «selbstverständlich die Biotechnologie-Industrie beteiligen. Sie ist schließlich diejenige, die Gentechnik in den Handel gebracht hat und bringen wird», erklärte der Metro-Sprecher.

 

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