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Demonstration

Wir bleiben sauber -keine Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln

Bericht und Bilder: www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de
erste Bilder von der Demo
Bericht und Bilder
 

Positionspapier

am 18. April in Stuttgart

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Aktionsbündnis Gentechnik-freie Landwirtschaft Baden-Württemberg plant am 18.4.2004 im Zentrum Stuttgarts eine Großdemonstration für eine gentechnikfreie Landwirtschaft unter dem Motto "Wir bleiben sauber". Das Positionspapier unseres Bündnisses sowie die Mitglieder finden Sie unten einkopiert.

Bitte unterstützen Sie uns, indem Sie diese Information an Landwirtinnen und Landwirte, Verbraucherinnen und Verbraucher, Interessierte und Kritische weiterleiten.

Ablauf der Demonstration:

Es wird einen Schlepper-Corso auf dem Stuttgarter City-Ring und einen Demozug von der Tübinger Straße hin zum Stuttgarter Schlossplatz geben. Beide Züge setzen sich um 11 Uhr in Bewegung.
Um 13.30 Uhr beginnt die Kundgebung auf dem Schlossplatz mit RednerInnen aus unterschiedlichen Bereichen (Öko und konv. Landbau, Medizin, Gastronomie, Umwelt- und Naturschutz, Ausland), Kabarett- und Musikeinlagen.

Im Anschluss an die Demo ist ein Vernetzungstreffen geplant. Am Abend findet eine Veranstaltung von Brot für die Welt zum Thema Gentechnik und Welternährung statt.

Werbemittel (Flyer und Plakate)

in Kürze werden Flyer und Plakate gedruckt. Die Flyer werden dann schwerpunktmäßig im süddeutschen Raum (BW, BY, HE, RLP) in Papierform und darüber hinaus in elektronischer Form verteilt werden (http://www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de/pdf/FLYER.pdf).

Je 50 Flyer und ein Plakat werden zum Demo-Paket zusammengestellt und können bei der Demo-Koordinationsstelle bestellt werden.

Unterstützung der Demoorganisation

Wir sind weiterhin auf der Suche nach Verbänden, Institutionen und privat Personen, die uns bei der Organisation und Durchführung der Demo unterstützen. Zum einen nach wie vor durch Spenden, durch Mobilisierung von Menschen die zur Demo kommen, Organisation von Bussen etc. Ein Leitfaden für alle diejenigen, die unsere Demo von "außen" unterstützen möchten steht unter der Adresse
http://www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de/pdf/LeitfadenDemoUnterstuetzer.pdf
im Internet zum download.. Jede Unterstützung ist herzlich willkommen.

Kontakt

Zu erreichen ist die Demo-Koordinationsstelle beim Bioland Landesverband Baden-Württemberg unter

Mit freundlichen Grüßen
Birgit Eßlinger
Demo-Koordinationsstelle


Positionspapier

http://www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de/positionspapier.htm (nicht mehr einsehbar)

Aktionsbündnis Gentechnik-freie Landwirtschaft in Baden-Württemberg

Keine Gentechnik auf unseren Tellern und Feldern!

Alle reden von Gentechnik - aber fast kein Bauer sät sie aufs Feld. Zum Glück! Denn wenn die Gensaat erst mal aufgeht, kommt Widerstand zu spät. Bienen, Insekten und Pollen machen an Feldgrenzen nicht halt. Ist die Gentechnik erst einmal auf unseren Feldern, ist dieser Weg nicht mehr umkehrbar. Ein Nebe-neinander in Koexistenz ist nicht möglich!

Mit der Wahlfreiheit für den Verbraucher ist es dann auch vorbei. Die Kennzeichnungspflicht, die am 18. April 2004 in Kraft tritt, geht ins Leere, da Eier, Milch und Fleisch von Tieren, die mit GVO gefüttert wurden, nicht kennzeichnungspflichtig sind.

Noch ist es nicht zu spät! Landwirte und Verbraucher sagen NEIN, denn:

  • Die Auswirkung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit sind nicht geklärt
  • Gentechnisch gefährdet die Existenz von Imkern, Bauern und Gärtnern, die ohne Gentechnik arbeiten
  • Gentechnik in der Landwirtschaft ist nicht rückholbar
  • Gentechnik ist keine Lösung für den Hunger in der Welt

Daher fordern wir von der Bundesregierung:

  1. Ein Haftungsrecht nach dem Verursacherprinzip, das tatsächlich alle Risiken und Schäden der Bauern, Gärtner und Imker abdeckt
  2. Transparenz bei der Ausweisung von GVO-Flächen
  3. Reinheitsgebot für Saatgut: eindeutige Position zur europäischen Saatgutkennzeichnung (Nachweisgrenze 0,1%)

Daher fordern wir von den Landesregierungen:

  1. dafür zu sorgen, dass Baden-Württemberg und die anderen Bundesländer frei bleiben vom kommerziellen Anbau gentechnisch manipulierter Pflanzen
  2. keine Verwässerung des vorliegenden Gentechnik-Gesetzentwurfs im Bundesrat
  3. sich für strenge Regeln zur guten fachlichen Praxis im Rahmen des Gentechnik-Gesetzentwurfes einzusetzen
  4. keinen aus Steuermitteln gespeisten Fonds zuzulassen, der die Anwender aus der Haftung entlässt

Unsere Landwirtschaft hat mit Gentechnikfreiheit einen riesigen Marktvorteil auf dem Weltmarkt für Lebensmittel und Saatgut. Damit das so bleibt müssen wir uns jetzt konsequent gegen Gentechnik auf unseren Äckern und in unseren Kochtöpfen entscheiden.

Es rufen auf:
Aktionsbündnis Gentechnik-freie Landwirtschaft in BW: AbL BW, Attac Stuttgart/Tübingen, Bioland BW, Demeter BW, Dachverband Entwicklungspolitik BW, Dt. Berufs- und Erwerbsimkerbund, Eurotoques, Evangelisches Bauernwerk in Württ., Greenpeace Gruppe Stuttgart/Esslingen, Gepa, LandFrauenverband Südb., LandFrauenverband Württ.-Bad., Nürtinger Bündnis, Verbraucherzentrale BW.
Unterstützt durch:
AbL BV, BESH, Bioland BV, BÖLW, Brot für die Welt, BTQ, BUKO Agrar Koordination, Bund Dt. Pfadfinderinnen BW, Demeter BV, Demeter Felderzeugnisse, Ecovin Baden und Württemberg, Gäa Bundesverband, Gen-ethisches Netzwerk, GLS Gemeinschaftsbank, IG Bauen-Agrar-Umwelt Regionalbüro BW, Kath. Landjugendbewegung in der Erzdiözese Freiburg, Kreisbauernverbände TÜ+RT, LNV, NABU BW, Naturland, NEULAND, Ökol. Ärztebund, Schrot & Korn, SÖL, Fachgruppe württ. Gemüsebaubetriebe, Zukunftsstiftung Landwirtschaft, ver.di Bezirk Stuttgart und täglich werden es mehr...


Positionen zur Grünen Gentechnik

1. Die Risiken der Grünen Gentechnik für Menschen und Ökosysteme sind unabsehbar

Die Risiken der Grünen Gentechnik für Menschen und Ökosysteme sind unabsehbar. Die Folgen der Ausbringung von gentechnisch veränderten Organismen in Agrarökosysteme sind bisher viel zu wenig erforscht. Ökologische Fragen zu langfristigen undkomplexen Wechselwirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen mit ihrer Umweltwurden und werden kaum untersucht. Sofern jedoch Befunde vorliegen, geben diese Anlass zur Besorgnis. Beispielsweise kreuzen sich genmanipulierte, herbizidresistente Pflanzen durch Pollenflug z.T. über große Distanzen mit Wild- und Ackerunkräutern.
Diese können sich so durch die gewonnenen Resistenzen zu "Super-Unkräutern"entwickeln. Erste Studienergebnisse zeigen: Auch die Reduzierung des Pestizidbedarfsdurch Gentechnik erweist sich als leere Versprechung. Zudem werden sich bei Insektenund Unkräutern sehr schnell Resistenzen herausbilden.

2. Konventionelle und Bio-Bauern brauchen einen wirksamen Schutz

Konventionelle und Bio-Bauern brauchen einen wirksamen Schutz. Konventionelle Landwirte und Öko-Landwirte, die selbst keine gentechnisch verändertenPflanzen einsetzen, bewirtschaften ihre Felder nicht unter einer Glasglocke und sind denEinflüssen von außen ausgesetzt. Die Vorstellung einer friedlichen Koexistenz von Landwirtschaftsformenmit und ohne Gentechnik ist somit eine Illusion. Das Aktionsbündnis fordert deshalb europaweit strenge Anbauregelungen zum Schutz vor der unkontrollierten Ausbreitung von Gen-Pflanzen. Solange diese von der EU nicht auf denWeg gebracht sind, muss die Bundesregierung dazunationale Vorgaben festschreiben. Geschieht dies nicht, so ist zu befürchten, dass sich gentechnisch veränderte Bausteine in wenigen Jahren in allen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen - vom Saatgut bis zu den Erzeugnissen - und vielen Wildpflanzen wiederfinden.

3. Wer gentechnisch veränderte Pflanzen sät, muss für die Folgen haften

Wer gentechnisch veränderte Pflanzen sät, muss für die Folgen haften. Wer gentechnisch veränderte Organismen in die Landschaft bringt, muss auch dieGarantie dafür übernehmen, dass es zu keiner Kontamination von nicht-beteiligtenBöden, Pflanzen und Tieren kommt. Angesichts vieler möglicher Kontaminationspfade (Saatgut, Produktion, Verarbeitung, Handel) muss das Verursacherprinzip auf allen Ebenen verankert werden. Es kann nicht sein, dass die notwendigen Kontroll- undSicherheitskosten sowie mögliche Folgeschäden einer Risikotechnologie gerade die Bauern und Lebensmittelhersteller belasten, die ohne Gentechnik wirtschaften. Wer den Schaden mit gentechnisch veränderten Organismen sät, muss auch die Kosten dafür ernten.

4. Wahlfreiheit: Freie Wahl für mündige Bürger

Europaweit sprechen sich über 70 Prozent der Verbraucher gegen Gen-Pflanzen aus. Sie möchten selbst entscheiden können, ob und wann Sie Gentechnik essen und wann nicht. Der Gesetzgeber muss dem Rechnung tragen und die Existenz einer gentechnikfreien Landwirtschaft langfristig sichern. Dazu gehört unbedingt auch, dass die Reinheit des Saatgutes gewährleistet werden muss. Demgegenüber würde die derzeit geplante Saatgut-Richtlinie der EU dazu führen, dass zukünftig gentechnische Verunreinigungen zwischen 0,3% und 0,7 % ohne Kennzeichnung erlaubt sein sollen. Wirklich gentechnikfreie Lebensmittel und eine Landwirtschaft ohne gentechnisch veränderte Organismen würden somit unmöglich gemacht. Eine Garantie für gentechnikfreie Produkte würde es zukünftig nicht mehr geben, die Wahlfreiheit für die Verbraucher bestünde nicht mehr. Deshalb ist das politische Gebot der Stunde ein Reinheitsgebots für das Saatgut.

5. Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg braucht keine Grüne Gentechnik

Eine regionale Landwirtschaft bedient die Wünsche der Verbraucherinnen und Verbraucher nach qualitativ hochwertigen Lebensmitteln sinnvoll und nachhaltig. Insbesondere der ökologische Landbau hat sich in seinen Richtlinien dazu verpflichtet, keine Gentechnik im Pflanzenbau, der Tierhaltung und der Verarbeitung von Lebensmitteln einzusetzen. Aber auch landeseigene konventionelle Markenprogramme, wie beispielsweise das Zeichen "Geprüfte Qualität aus Baden-Württemberg" (ehem. HQZ), verbieten den Einsatz von Gentechnik auf dem Acker.
Im standortgerechten Landbau liegen - vor allem in Verbindung mit regionalen Vermarktungsstrukturen - große Potenziale für die heimische, mittelständische Wirtschaft. Die Agro-Gentechnik dient dagegen vor allem den Interessen von wenigen, weltweit agierenden Konzernen und gefährdet die Produktion gentechnikfreier Lebensmittel, die von einer Mehrheit der Verbraucher gewünscht wird.

6. Gentechnik ist kein Mittel zur Bekämpfung des Welthungers

Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen der Menge an Nahrungsmitteln, die ein Land produziert, und der Zahl der hungernden Menschen. In vielen Ländern mit Überschüssen an Nahrungsmittelproduktion hungern dennoch Teile der Bevölkerung. Die Ursachen für die weltweite Mangel- und Fehlernährung sind komplex und liegen vor allem in den ungerechten Strukturen des Welthandels. Gleichzeitig zeigen gut fundierte, empirische Studien der letzten Jahre, dass gerade die nachhaltige Landwirtschaft, der Einsatz traditioneller Anbauverfahren und alter standortgerechter Nutzpflanzen enorme Potenziale für Entwicklungsländer birgt.

Das Aktionsbündnis fordert deshalb von der Landesregierung Baden-Württemberg:

  • dass sie sich massiv dafür einsetzt, dass für herkömmliches Saatgut keine gentechnisch bedingten Verunreinigungen oberhalb der Nachweisgrenze von 0,1 % zugelassen werden;
  • dass sie sich auf europäischer Ebene für die Verlängerung des Gentechnik-Moratoriums einsetzt;
  • dass sie alle Spielräume nutzt, damit in Baden-Württemberg gentechnikfreie Landwirtschaft auch in Zukunft gesichert ist;
  • dass sie die ungelösten Probleme und Risiken hinsichtlich einer eventuellen Koexistenz von Landwirtschaftsformen mit und ohne Gentechnik nicht verharmlost, sondern ehrlich benennt und von den Befürwortern der Gentechnik Antworten und praktikable Lösungen einfordert;
  • dass sie keine einseitige Info-Kampagnen für die Grüne Gentechnik unterstützt, sondern die Bürgerinnen und Bürger ausgewogen und fair auch über Alternativen informiert.
 

 

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