Liebe Aktivistinnen und Aktivisten!
Hier sind für euch einige Aktionen zusammengestellt, die ihr leicht mit ein paar
Leuten durchführen könnt. Wichtig ist, dass die Aktionen schnell und unkompliziert
umsetzbar sind und auch mit wenigen Leuten stark und aussagekräftig in der
Öffentlichkeit wirken. Es gibt viele kreative Aktionen und die aufgeführten Tipps und
Vorschlägen sollen nur Inspirationen geben. Schaut einfach, was für euch passen könnte
und was euren Kräften entspricht. Ändert die Aktionen für eure Möglichkeiten um oder
denkt euch tolle andere Aktionen aus. Es wäre toll, wenn ihr eure Ideen per Mail an
die Adresse genofood@gmx.de sendet, dann können diese auch für alle anderen
AktivistInnen zugänglich gemacht machen.
Bei vielen Aktivitäten ist es sinnvoll, wenn ihr der ansässigen Lokalpresse
bescheid gebt, dass ihr eine sehenswerte Aktion vorbereitet habt und Wann und Wo diese
stattfindet.
Am Ende der Liste gibt es auch noch ein paar praktische und ein paar rechtliche
Hinweise. Nur wenn wir das Thema Gentechnik in Lebensmitteln und die damit
zusammenhängenden Gefahren an die Öffentlichkeit tragen und Publik machen, können
wir die Konzerne unter Druck setzen. Macht mit!!!
Wir als penetrante Frager
Eine Aktion, die mit wenigen Leuten gut und immer wieder machbar ist. Geht in die
Supermärkte und Läden bei euch um die Ecke und fragt beim Geschäftsführer oder bei
der Geschäftsführerin, ob er/sie vorhabe GMO-Lebensmittel zu verkaufen. Übergebt
eine Liste mit den als nicht ganz einwandfrei deklarierten Lebensmitteln und fordert,
dass diese nicht mehr in den Regalen auftauchen. Wenn sie/er sich weigert, dann ist
die nächste Stufe eine der weiteren Aktionen.
Material:Liste mit den als GMO-Lebensmittel eingestuften Waren.
Diesen Einkaufsratgeber könnt ihr euch kostenlos von Greenpeace zuschicken lassen:
Anruf oder E-Mail genügt.
Bestell-Telefonnummer: 040 - 306 180
E-Mail-Adresse: mail@greenpeace.de
Bitte vergesst nicht, eure Postanschrift anzugeben!
Wir zeigen, was die Gentechnik so alles kann
Wenn ihr Lust habt auf eine lustige Bastelaktion, dann baut doch ein paar
Riesenfrüchte, die als Symbol für GMO-Lebensmittel dienen können. Wie eine solche
gigantische Frucht aussehen kann, das könnt ihr euch auch mal ansehen:
http://www.genug-wto.de/img/gentomate2.jpg Mit diesem Ding könnt ihr euch dann in
die Fußgängerzone oder vor einen großen Supermarkt stellen und einen kleinen Infostand
aufbauen. Je größer die Früchte je interessanter sind diese auch. Die Leute werden in
Scharen kommen und wissen wollen, wo es solche tollen Früchte zu kaufen gibt.
Material:gebastelte Riesenfrüchte (1/2 Meter Durchmesser tut es auch schon),
Infotisch und Flyer (möglicher download unter www.genofood.de.vu)
Wir machen einen GMO-Einkauf
Eine etwas kostspielige Angelegenheit aber sehr anschauliche Aktion ist die Folgende.
Ihr füllt einen Einkaufswagen mit potentiellen GMO-Lebensmitteln, erwerbt diese dann
käuflich und stellt euch mit diesem Korb vor den Supermarkt. Nun könnt ihr die Menschen
direkt ansprechen, ihnen die genmanipulierten Waren vorführen und sie über die Risiken
aufklären. Dazu bietet sich ein Handzettel an. Bittet sie zum Marktleiter oder zur
Marktleiterin zu gehen und bei diesen mal nachzufragen. Wenn ihr die Aktion als beendet
erklärt, könnt ihr euch über die Sachen hermachen und warten was geschieht oder wenn ihr
ganz clever seid, dann könnt ihr ja versuchen die Sachen zurückzugeben unter dem
Vorwand, dass ihr jetzt erst entdeckt habt, dass das ja GMO-Lebensmittel sind und ihr
die nicht haben wollt. (dazu unbedingt den Kassenbon aufheben)
Material:etwa 15 EUR und 1 EUR Stück für den Einkaufswagen
Lustige Spielaktion
Eine Möglichkeit wäre das Spiel: "Wir schaffen uns eine gentechnikfreie Zone" zu
spielen. Dabei steckt ihr euch an einem öffentlichen Platz mit Absperrband eine
mittelgroße Fläche ab. Wenn ihr viele Menschen seid, dann sollte auch die Fläche etwas
größer sein. Nun braucht ihr Material um alle Leute als GMO-Lebensmittel zu
kennzeichnen, z.B. einen großen roten Luftballon am Kopf, wo ein Biohazard-Zeichen
draufgemalt ist. Nur eine Person bleibt ohne Kennzeichnung. Nun zieht diese los um
die Zone zu befreien und muss die anderen fangen. Wenn ein GMO-Lebensmittel gefangen
wurde, wird der Luftballon zum platzen gebracht und die nun schon zwei gentechnikfreien
Lebensmittel nehmen sich an die Hand und fangen so die restlichen. Wenn alle GMOs
vernichtet sind könnt ihr ein riesiges Freudengeschrei loslassen und den Platz als
symbolische gentechnikfreie Zone ausrufen.
Material:Absperrband, rote Luftballons, Gentechnikfreie-Zone-Schild
Straßentheater in allen denkbaren Formen
Wenn ihr theatermäßig einiges drauf habt, dann könnt ihr an allen denkbaren oder
undenkbaren Orten ein eindrucksvolles Theaterstück aufführen. Ein tolles initiiertes
Streitgespräch zwischen den Supermarktregalen oder vor dem Supermarkt kann da schon
mal ganz schön Aufsehen erregen. Oder marschiert in lustiger Sicherheitskleidung (z.B.
weiße Schutzanzüge) in den Supermarkt und begleitet einen mit GMO-Lebensmitteln
gefüllten Einkaufskorb mit einem riesigen Tobabo zur Kasse, um diese Lebensmittel
dann unter Quarantäne zu stellen, indem ihr den Einkaufswagen mit Plastikfolie
einwickelt und eine GMO Warnung oben aufsteckt.
Aufkleber drauf
Auf unserer Webseite findet ihr demnächst eine Vorlage mit deren Hilfe
ihr Aufkleber "Vorsicht GENfood" erstellen könnt. Um Missverständnissen vorzubeugen,
diese Aufkleber sind nicht dazu da, um sie in den Supermärkten auf die entsprechenden
Lebensmittel zu kleben um sie damit deutlich kenntlich zu machen, da die Kennzeichnung
nur in der Zutatenliste erfolgt bzw. bei Milch-, Eier- und Fleischprodukte erst gar
nicht vorgesehen ist. Eine solche Aktion würde eventuell den Straftatbestand der
"Sachbeschädigung" (http://www.net-lexikon.de/Sachbeschaedigung.html) erfüllen. Wir
distanzieren uns deswegen in aller Deutlichkeit und mit tiefster Empörung von solchen
Aktionsformen und raten euch dringend von solchen Aktionen Abstand zu nehmen.
Nicht strafbar wäre es, wenn ihr die entsprechenden Produkte vorher kauft um sie dann
mit Hilfe der Aufkleber deutlich sichtbar auf eurem Infostand zu platzieren. Schließlich
wollen die VerbraucherInnen klar informiert werden und bei ihrer Kaufentscheidung
beraten werden.
Material:viele, viele Aufkleber (Muster dafür z.B. hier)
gelbes Aufkleberpapier findet ihr hier (wenn jemand von Euch weis, wo man ökologisches
Aufkleberpapier herbekommt - bitte mail an uns
Flash-Mob zur Gentechnik
Kündigt in eurer Stadt einen Flash-Mob an. Ein Flash-Mob ist eine kurze gezielte
Aktion, bei der sich Menschen an einem Ort zu einem festen Zeitpunkt verabreden,
dort die vorher verabredete Aktivität durchführen und wieder verschwinden. Diese
Aktivität kann auch mehrmals hintereinander an verschiedenen Orten zu festgelegten
Zeitpunkten stattfinden, so dass sich die Vorbereitung auch lohnt (z.B. in 15
Minutenabständen). Wenn ihr zum nächsten Ort geht, solltet ihr euch nicht in auffälligen
Großgruppen bewegen. Die Leute können z.B. eine Tomate mitbringen, gleichzeitig
hinein beißen, wegwerfen und schreien: "IHH, Gentechnik!" und wieder gehen.
Blockadeaktionen an den überfüllten Wochenendeinkaufskassen
Malt euch ein mindestens 4 Meter langes Transparent und schreibt eine tolle Forderung
drauf. Wie z.B. "Hände weg von unserer Nahrung" oder "Gegen Gen-Nahrung" und sperrt
dann für ca. 5 Minuten die Front vor den Kassen ab. In dieser Zeit habt ihr Zeit einen
kleinen vorbereiteten Redebeitrag zu verlesen. In dem ihr anmerken könntet, dass in
diesem Markt GMOs verkauft werden und diese sofort aus dem Sortiment entfernt werden
sollen. Ihr könnt da auch noch ein paar Sachen zu den Risiken sagen. (siehe Flyer)
Material:
Transparent (wenn ihr einen alten Bettbezug seitlich auftrennt und aufklappt, dann
habt ihr schon 4m x 1,5m großes Transpi), Pinsel, Farbe, Megaphon für den Redebeitrag
Flut auf die Telefonleitungen der Konzerne und Supermärkte
Ihr könntet die Supermärkte die GMO führen zu einer verabredeten Zeit mit
Telefonanrufen nerven und mal dabei mal genaueres zum Thema erfragen. Das könntet
ihr auch bei den Konzernen machen, die diese Sachen herstellen. Dies ist eine Aktion
die auch die machen können, die keinen Zeit oder Lust auf Straßenaktionen haben.
Schreibt Protestmails und -faxe und telefoniert den Verantwortlichen die Ohren wund.
Die Büros der Unternehmen müssen von unseren Nachfragen und Protesten überschwemmt
werden.
Material:Telefon, Faxgerät, Computer
Essen gegen Gentechnik
Organisiert eine GMO-freie öffentliche Speisung. An einem öffentlichen Ort könntet
ihr euch mit einem großen Topf Suppe positionieren und diese dann gegen einen
geringen Obolus an die Passanten als gentechnikfreien Eintopf verkaufen. Der
Informationsbedarf von PassantInnen geht manchmal eben über den Magen. In Verbindung
mit einem Infotisch ist dies eine gute Möglichkeit mit den Leuten ins Gespräch zu
kommen.
Material:lecker Gemüse vom Biobauern, Topf, Teller, Löffel
Noch einige wichtige Hinweise!!!!
Bei der Durchführung mancher der hier aufgelisteten Aktionen könntet ihr in die
Situation kommen, dass ihr nicht ganz im Rahmen des deutschen Rechts handelt. Mit
diesem Problem solltet ihr euch vorher auseinandersetzen und euch überlegen, ob ihr
eventuelle Konsequenzen tragen könnt und wollt.
Der evtl. eintretende Fall der Sachbeschädigung wurde schon bei der Aktion "Aufkleber
drauf" erläutert. Wenn ihr Aktionen in Supermärkten oder anderen Einrichtungen macht,
dann hat das Verkaufspersonal das Hausrecht und kann euch auffordern, den Supermarkt
zu verlassen. Wenn ihr dieser Aufforderung nicht Folge leistet, liegt evtl. der
Straftatbestand "Hausfriedensbruch" (http://www.net-lexikon.de/Hausfriedensbruch.html)
vor. Deswegen also rechtzeitig den Supermarkt wieder verlassen.
Es gibt 1000 Aktionsformen und für jede und jeden ist etwas dabei. Überlegt einfach,
was am besten zu euch passt und womit ihr euch am besten fühlt.
Wenn ihr einen Infostand aufbauen wollt, gibt es mehrere Möglichkeiten dies zu tun.
Zum einen könnt ihr euch unangemeldet an den Ort euer Wahl stellen, wobei vielleicht
zu beachten sein sollte, dass dieser nicht auf Privateigentum sein sollte, denn dann
kann euch der Eigentümer des Platzes verweisen.
Wenn ihr euren Infostand anmelden wollt, um einen gesicherten Status zu haben könnte
es passieren, dass ihr mit Auflagen belegt werdet. Eine solche Anmeldung kann beim
Ordnungsamt geschehen. Ob die Anmeldung des Infostandes notwendig ist, müsst ihr vor
Ort klären. Hier gibt es von Stadt zu Stadt unterschiedliche Regelungen.
Ihr könnt euren Infostand oder eure Aktion auch als Kundgebung anmelden ,damit steht
ihr unter dem Schutz des Versammlungsgesetzes. Aber auch hier müsst ihr euch evtl.
an vorgegebene Auflagen halten und ihr müsst sieauf jeden Fall 48 Stunden vorher
beim Ordnungsamt oder bei der Polizei anmelden.
Wenn weitere rechtliche Fragen auftauchen sollten, dann könnt ihr diese an Naschi
richten, unter der Nummer 03338/758274 oder unter naschi@so36.net.
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