Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche

Pressemitteilung (13.Mai 1997)
Rückfragen bitte an: Barnimer Aktionsbündnis, Dosto, Tel./Fax: 03338/5590

Polizei setzt Maisaussaat durch

Großaufgebot der Polizei beendet die Feldbesetzung in Schönfeld
Seit Sonntag, dem 4.Mai hielten Gentechnik-KritikerInnen ein Feld in Schönfeld (Landkreis Barnim) besetzt. Sie wollten damit die Aussaat von gentechnisch manipuliertem Mais der Firma AgrEvo verhindern.
Leider gelang dies aber nicht!

Am Morgen des 13.Mai sahen sich die etwa 20 Gentechnik-GegnerInnen plötzlich einem Großaufgebot der Polizei gegenüber. Die etwa 80 Polizisten waren ausgerüstet mit Hunden und Kampfanzügen. Kurz darauf kamen zwei Traktoren der AgrEvo, die blockiert wurden, indem sich die Gentechnik-KritikerInnen vor die Traktoren stellten oder setzten und frühstückten. Auf einem anderen Weg gelangten währenddessen zwei andere Landwirtschaftsmaschinen mit dem Saatgut zum Feld. Dort begannen sie sofort mit der Vorbereitung zur Aussaat. Dabei mußten viele Feldsteine vom Feld geräumt werden, die Gentechnik-GegnerInnen dort plaziert hatten.

Die Polizei konzentrierte sich nun darauf, daß die Gentechnik-KritikerInnen nicht auf das von einem Zaun umgebene Feld gelangen konnten. Als es doch einige probierten, wurden sie doch recht schnell von der Polizei abgefangen. So konnte die AgrEvo die Maisaussaat durchsetzen.

Seit dem letzten Jahr führt die AgrEvo in Schönfeld Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen durch. Die AgrEvo ist ein Tochterunternehmen der Chemiekonzerne Hoechst und Schering. Die Mais-, Raps- und Zuckerrübenpflanzen, die in Schönfeld gepflanzt gepflanzt werden, sind mit Hilfe der Gentechnik resistent gegenüber dem Pflanzen-vernichtungsmittel BASTA gemacht worden. Dieses Totalherbizid wird von Hoechst hergestellt und war durch seine hohe Giftigkeit bei "normalen" Pflanzen bisher nur bedingt oder gar nicht einsetzbar. In Zukunft wollen dann Hoechst und AgrEvo sowohl BASTA wie auch die Samen der BASTA-resistenten Pflanzen verkaufen.

Immer wieder weisen Wissenschaftler und Umweltschützer auf die Gefährlichkeit solcher Experimente wie in Schönfeld hin. Inzwischen wurde bewiesen,
-daß sich gentechnisch veränderte Pflanzen im Ökosystem etablieren und es verändern können,
-daß horizontaler Gentransfer stattfindet (Aufnahme manipulierter Gene durch Mikroorganismen),
-daß die genmutierten Pflanzen sich mit Wild- und Kulturpflanzen kreuzen.
Dies alles könnte zu einer nachhaltigen Veränderung unserer Umwelt führen. Die Gefahren für uns Menschen sind überhaupt nicht abschätzbar.

Trotz der durchgesetzten Aussaat, war die Feldbesetzung trotzdem teilweise erfolgreich. Den Gentechnik-GegnerInnen ist es mit dieser Aktion gelungen, auf die Experimente der AgrEvo und die damit verbundenen Risiken hinzuweisen. Die Beachtung in der Öffentlichkeit war sehr groß. Neben einer umfangreichen Presseberichterstattung, kamen viele Menschen zum Feld um sich mit den Besetzern zu solidarisieren oder um sich zu informieren. Dabei wurde deutlich, daß die Ablehnung gegenüber den Freilandversuchen der AgrEvo groß ist. Die meisten Besucher spendeten Lebensmittel oder Geld um die Besetzung zu unterstützen.

Das Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche wird nun die Besetzung auswerten und darüber entscheiden, ob es im Herbst wieder eine Besetzung geben wird. Dann steht nämlich die Aussaat von Winterraps an.

Kontakt: Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche,
c/o DOSTO, Breitscheidstr.43a, 16321 Bernau Tel.+Fax: 03338/5590
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