Seit Sonntag, dem 04.05.97, ist jetzt das fünfte Feld für gentechnische Freilandversuche in der BRD besetzt. Nach Buggingen, Schmarrie, Wölfersheim und Uffenheim wollen wir, das Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche, die Aussaat von gentechnisch veränderten Maispflanzen der AgrEvo in Schönfeld (bei Bernau) verhindern.
Unsere Besetzung begann unmittelbar nach der 6. Protestwanderung von Schönfeld zum Versuchsacker. An der Protestwanderung beteiligten sich ca. 50 Leute, die von einem ebenso großen Polizeiaufgebot begleitet wurden. Für uns als potentielle Besetzer war dieses Polizeiaufgebot unverständlich, hatten wir die Öffentlichkeit doch über unsere Aktion und ihre Durchführung informiert - gewaltfrei aber entschlossen wollen wir die Aussaat in Schönfeld verhindern.
Als ersten Schritt wurde die Bevölkerung der angrenzenden Dörfer durch eine Postwurfsendung über unsere Aktion informiert, um mit ihnen in Kontakt zu treten. Leider herrscht in den Dörfern eher eine Gleichgültigkeit gegenüber der Gentechnik und unserer Aktion dagegen vor. Aussagen wie: "Das Zeug essen wir ja eh schon!" oder "Wir wissen ja zu wenig darüber!" hörten wir schon des öfteren, auch von Leuten die unserer Aktion eher positiv gesonnen sind. Daher halten wir es für ausgesprochen wichtig, weiterhin mit der Bevölkerung in Kontakt zu bleiben und die Leute besser über die Gentechnik und ihre Risiken aufzuklären.
Aber warum machen wir unsere Aktion und wie sieht sie aus?
In Schönfeld wird an gentechnisch veränderten Pflanzen die Resistenz gegen das Totalherbizid BASTA getestet. Dazu hat das Tochterunternehmen der Chemiekonzerne Hoechst und Schering, AgrEvo, Mais, Zuckerrüben und Raps ausgebracht. Die Industrie erhoft sich eine Ertragssteigerung durch den Einsatz von resistenten Pflanzen und dem Totalherbizid BASTA, durch die Patentierung der Pflanzen und der Herstellung des Herbizids werden die Bauern dann aber abhängig von den Chemieriesen gemacht. Dieser Versuch dient einzig und alleine der Gewinnmaximierung der beteiligten Großkonzerne. Die AgrEvo ließ sich durch den Widerstand aus der Bevölkerung bisher nicht beeindrucken, so konnten Protestwanderungen und die Zerstörung der Maispflanzen durch Unbekannte, die AgrEvo nicht zur Einstellung ihrer Versuche bewegen. Profite zählen mehr als die Interessen der Bevölkerung und ein gesunder Umgang mit der Natur.
Unser Ziel ist es jetzt die Aussaat von genmanipuliertem Mais für diese Jahr zu verhindern und die AgrEvo dazu zu bringen, ihre Versuche einzustellen. Wir haben länger über unsere Aktionsform diskutiert, und uns auf eine gewaltfreie Sitzblokade auf dem Versuchsacker geeinigt. Natürlich können nicht immer Alle am Feld sein, Leute müssen arbeiten, zur Schule gehen oder studieren. Es werden aber immer einige am Acker bleiben, die im Falle der Aussaat eine Telefonkette auslösen und die Arbeiten fürs Erste behindern.
Die vorhergehende Ankündigung der Feldbesetzung und die Offenlegung unserer Aktionsform schätzen wir bisher positiv ein. Es kamen schon einige Menschen aus den Dörfern der Umgebung vorbei, um sich über unsere Aktion zu informieren, und das Verhältnis zur Polizei hat sich nach einigen Gesprächen und Diskussionen soweit entspannt, daß sie unser Camp dulden und es nicht räumen. Die Öffentlichkeit konnte sich auch über unsere Aktionsform besser informieren, so das die Aktion an sich, als positiv gesehen wird.
Einzig der Geschäftsführer der Agronomia, Verpächter an die AgrEvo, und zwei Menschen, welche die Aussaat übernommen haben, kritisierten unsere Aktion. So erhielten wir eine Klage wegen Hausfriedensbruch von der Agronomia und die Helfer der AgrEvo wünschten uns das Dritte Reich an den Hals und drohten uns im falle der Blokade, über uns hinweg zufahren. Gründe gibt es für sie einige, der Hauptgrund ist wohl der, daß sie von der AgrEvo gekauft wurden. So erfuhren wir von ihnen, daß sie 8000,- DM von der AgrEvo erhielten, ein vielfaches der Summe, welches ein Bauer aus einem Hektar als Ertrag erzielt.
Trotz der Anfeindungen dieser Herren werden wir an unserem Grundkonsenz festhalten und den Traktoren gewaltfrei aber entschlossen entgegen gehen. Wenn ihr Lust habt uns mal zu besuchen, worüber wir uns echt freuen würden, kommt doch einfach zum Versuchsacker nach Schönfeld oder ruft uns unter 0171/3289269 oder 03338/5590 (Tel./Fax) an. Und wenn ihr ein paar Märker über habt, würde sich unser Spendenkonto freuen. Spendenkonto: Thomas Janoschka, Konto-Nr.:4991267612, Sparkasse Barnim, BLZ 17052000, Kennwort: Schönfeld.
Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche
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Ankündigung
Brief an die BewohnerInnen
1. Presseerklärung
2. Presseerklärung
3. Presseerklärung
Räumung
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