An die EinwohnerInnen der Dörfer Schönfeld und Beiersdorf
Liebe MitbürgerInnen,
wir haben vor, ab dem 4.Mai das Versuchsfeld der AgrEvo zu besetzen. Dieses Feld befindet sich in ihrer unmittelbaren Nähe. Mit diesem Schreiben wollen wir uns Ihnen vorstellen und Sie darüber informieren, warum wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben.
Seit dem letzten Jahr führt die AgrEvo auf einem Feld zwischen Schönfeld und Beiersdorf einen Versuch mit gentechnisch veränderten Pflanzen durch. Die AgrEvo ist eine Tochter der Chemiekonzerne Hoechst und Schering.
Normalerweise muß ein solcher Versuch ein kompliziertes Genehmigungsverfahren durchlaufen. Doch das hat sich die AgrEvo in diesem Fall einfach gespart, da man die Genehmigung für einen ähnlichen Versuch in Sachsen einfach auf den Standort Schönfeld übertragen hat. Dadurch wurden Sie Ihrer Rechte in Form der Bürgerbeteiligung enthoben. Sie wurden nicht über den Versuch informiert, Sie konnten nicht in die Versuchsunterlagen Einblick nehmen und auch eventuelle Bedenken und Einsprüche konnten Sie gegenüber der Genehmigungsbehörde nicht geltend machen. Dieses Vorgehen war also zutiefst undemokratisch.
Im letzten Jahr hatte die AgrEvo Mais und Winterraps ausgebracht. In diesem Jahr werden neben dem Mais vielleicht auch Zuckerrüben getestet. Doch es handelt sich hierbei nicht um normale Pflanzen, denn in Labors wurden ihnen mit Hilfe der Gentechnik völlig fremde Gene eingesetzt. Dadurch werden sie resistent gegenüber dem Totalherbizid (Pflanzenvernichtungsmittel) "BASTA".
Die AgrEvo wußte ganz genau, warum sie nicht über ihre Experimente informiert hat. Solche Freilandversuche bringen nämlich viele Gefahren mit sich. Die Wirkung von Genen, die aus ihrer natürlichen Umgebung entfernt und in andere Pflanzen übertragen werden, ist nicht hinreichend erforscht. Fest steht jedoch:
- Einmal freigesetzte Gene sind nicht rückholbar. Sollten später tatsächlich gesundheitliche oder ökologische Schädigungen auftreten, kann die Freisetzung nicht rückgängig gemacht werden und die Ausbreitung der Gene kann nicht kontrolliert werden.
- Auskreuzungen der "künstlichen" Gene, also die Übertragung auf andere Sorten und Pflanzenarten können nicht verhindert werden. Besonders nahe verwandte Pflanzen sind betroffen, aber letztlich die gesamte Tier- und Pflanzenwelt.
- Für AllergikerInnen ist der Umgang mit genmanipulierten Pflanzen besonders riskant. Beim übertragen eines Nuß-Gens auf Sojabohnen kam es zum Teil zu lebensgefährlichen allergischen Reaktionen. Dieser Sachverhalt wurde nur zufällig bei einem Versuch, der laut Gentechnik-Gesetzt nicht vorgesehen ist, festgestellt.
Und alles das passiert direkt vor unserer Haustür. Deswegen halten wir den Protest gegen die Experimente in Schönfeld für unbedingt notwendig. So organisierten wir mehrere Protestwanderungen, um die Öffentlichkeit zu informieren und um der AgrEvo unser Unverständnis gegenüber ihrem unverantwortlichen Verhalten deutlich zu machen. Doch die unkalkulierbaren Gefahren Mensch und Natur werden von der AgrEvo in Kauf genommen und unsere Proteste werden ignoriert. Deswegen wollen wir in diesem Jahr versuchen, die Aussaat von genmanipuliertem Mais zu verhindern. Die einzige Möglichkeit sehen wir dabei in einer Feldbesetzung. So wollen wir ab dem 4.Mai im Anschluß an einen Protestwanderung den Acker so lange blockieren, bis die AgrEvo auf eine Aussaat verzichtet. Diese Aktion wird völlig friedlich und gewaltfrei ablaufen und das Leben in ihrem Dorf in keinster Weise beeinträchtigen. Einige andere Versuchsfelder in der Bundesrepublik wurden nach erfolgreichen Besetzungen ganz aufgegeben. Das wird auch unser Ziel sein. Wir wollen die Experimente direkt vor unserer Haustür ein für alle mal beenden.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis und auf ihre Unterstützung. Sie können sich jederzeit an uns wenden, wenn sie mehr Informationen haben wollen. Oder besuchen sie uns doch einfach einmal auf dem Feld. Wir würden uns auch freuen, wenn sie sich an der Protestwanderung beteiligen könnten. Der Treffpunkt ist um 15.00 Uhr an der Kirche in Schönfeld. Für eine langfristige Besetzung benötigen wir noch Baumaterialien, Feuerholz, Stroh und ähnliches. Solch eine Besetzung kostet auch Geld. Spendenkonto: Thomas Janoschka, Konto-Nr.:4991267612, Sparkasse Barnim, BLZ 17052000, Kennwort: Schönfeld.
Mit freundlichen Grüßen für das Aktionsbündnis
Jenny Wahren (Bernau)
Thomas Janoschka (Bernau)
Barnimer Aktionsbündnis gegen gentechnische Freilandversuche, c/o DOSTO, Breitscheidstr.43a, 16321 Bernau, Tel.+Fax 03338/5590
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Ankündigung
Brief an die BewohnerInnen
1. Presseerklärung
2. Presseerklärung
3. Presseerklärung
Räumung
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